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Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg

Zerreißprobe eines Landes: Die Mullahs, der Iran und die "Exil-Iraner"

14.09.2010 / 10:10. Seit der umstrittenen Wiederwahl des Präsidenten Ahmedinedschad am 12. Juni 2009 steht der Iran vor einer seiner größten innenpolitischen Zerreißproben. Die Führung der islamischen Republik behauptet ihre Herrschaft gegen die iranische Freiheitsbewegung mit mörderischer Brutalität. Sie demonstriert entschlossen ihren antisemitischen und antiwestlichen Charakter. Selbst massive Proteste der weltweit zerstreuten iranischen Diaspora gegen Polizeiwillkür, Medienzensur und Wahlfälschung in ihrem Heimatland finden kein Gehör.


In Hamburg wurde, wie in vielen anderen Städten auch, für einen Politikwechsel im Iran demonstriert. Hier leben tausende, aus dem Iran stammende Menschen, die so genannten "Exil-Iraner" und solche, deren Familien aus dem Iran nach Deutschland eingewandert sind. Mit ihrer ethnischen, religiösen und kulturellen Vielfalt prägen und bereichern sie das Stadtbild.

Die beiden Referentinnen werden über die aktuelle Lage im Iran sowie die kulturelle und ethnische Vielfalt des Landes berichten. Zudem schildern sie die iranische Community in Hamburg, geben Beispiele aus dem Alltag und stehen für Fragen zur Verfügung. Herr Abut Can, Ansprechpartner für Migration in der Landeszentrale für politische Bildung, wird die Veranstaltung moderieren.

Die Entwicklung des Iran

Vor der Islamisierung bestand der Iran aus einem Gemisch vieler Ethnien, Sprachen und Religionen unter königlicher Führung. Diese Vielfalt hat sich bis heute erhalten. Die Vielzahl der im Iran gesprochenen Sprachen verweist auf eine starke kulturelle, religiöse und ethnische Heterogenität. Es finden sich neben schiitisch-muslimischer Mehrheit kleinere Gemeinden von Juden, Baha'i, Christen sowie Zoroastriern. Neben den drei größten Volksgemeinschaften - den Persern, den Azaris und den Kurden, existieren kleinere Minderheiten der Armenier, Assyrer, Baluchi, Kaschqai, Bakhtiari, Turkmenen, Araber, Shahsevan, Georgier und der Luren.

Mehr als Dreißig Jahre ist es her, dass die Iraner den Schah vertrieben und nach den politischen Visionen Ayatollah Chomeinis sich einer islamisch-theokratischen Verfassung unterwarfen. Im Februar 1979 kehrte der im Exil lebende Ayatollah Chomeini in den Iran zurück und wurde zum Symbol der Revolution. Die Beziehungen zum Westen verschlechterten sich seitdem spürbar. Bis dahin wurde das Land bis ins 20. Jahrhundert im offiziellen Sprachgebrauch als Persien bezeichnet und trat als Monarchie mit dem Schah als Oberhaupt die Neuzeit an.

Seit der Amtseinführung von Präsident Ahmedinedschad im Juli 2005 wurde die innerpolitische Spannung immer größer. Der Iran nahm trotzt mehrfachen Ermahnungen des UN Sicherheitsrates, die Arbeit an seinem umstrittenen Atomprogramm wieder auf. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA wirft der iranischen Führung vor, heimlich an der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen zu arbeiten. Des Weiteren wird das Land verdächtigt, den internationalen Terrorismus zu unterstützen.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg.

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