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Wissenschaftlicher Beirat eingerichtet: RUB-Kriminologe Prof. Thomas Feltes berät die DFL

18.05.2010 / 12:49. „Durch zu viele Verbote und Repressionen eskaliert die Gewaltspirale – man muss gewaltbereiten Fußballfans auch die Hand reichen“: Das ist das Credo des Bochumer Kriminologen und Polizeiwissenschaftlers Prof. Dr. Thomas Feltes. Der RUB-Jurist gehört dem soeben eingerichteten, fünfköpfigen wissenschaftlichen Beirat des Ligaverbands an und berät zukünftig die DFL mit seiner Expertise zu Fragen rund um Sicherheit, Zuschauerverhalten und Gewaltprävention. Aufgabe des fachübergreifend besetzten Beirats ist, bisherige Sicherheitsmaßnahmen zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu machen.


Für mehr Dialog und Deeskalation

Konkret prüft der Beirat die drei bisherigen Maßnahmen für mehr Sicherheit im Fußball: die Kontrollen im und um das Stadion durch private Sicherheitsdienste, Ordner und die Polizei; die Arbeit der offiziellen Fanbetreuer und der vereinseigenen „Fangruppen“ sowie die Stadionverbote. „Verbote und alle Formen der Ausgrenzung führen zur Eskalation“, so Feltes, der sich mit seiner Arbeit im neuen DFL- Gremium für mehr Dialog und Deeskalation einsetzen wird. So begrüßt der RUB-Kriminologe zum Beispiel, dass Stadionverbote inzwischen nur noch für drei und nicht für fünf Jahre ausgesprochen werden – und häufig erst nach einer Anhörung im Beisein von Fanvertretern. „Denkbar wäre auch, ein solches Verbot eventuell auf Bewährung auszusprechen“, sagt Prof. Feltes.

Experten aus der Wissenschaft

Die Einrichtung des wissenschaftlichen Beirats ist eine zentrale Maßnahme im Zehn-Punkte-Plan von DFL und DFB. „Wir sind davon überzeugt, dass die wissenschaftliche Begleitung und Unterstützung sehr förderlich bei unseren Bemühungen zu mehr Sicherheit in den Stadien ist“, sagt Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball. „Wir sind froh, dass sich anerkannte Experten aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft für diese Aufgabe zur Verfügung stellen.“ Dem Beirat gehören an: Prof. Dr. Andreas Zick (Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konfliktforschung IKG), Prof. Dr. Thomas Feltes (Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik, Polizeiwissenschaft an der Juristischen Fakultät der RUB), Prof. Dr. Holger Ziegler (Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaften/Soziale Arbeit, Schwerpunkt für Jugendhilfe im Wandel), Prof. Dr. Heidi Möller (Universität Kassel, Kommunikationspsychologie und Psychotherapie) und Dipl. soz. Andreas Klose (Vizepräsident der Fachhochschule Potsdam).

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: idw Informationsdienst Wissenschaft.

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