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Wissenschaftliche Tagung widmet sich den "Sachen der Aufklärung"

20.09.2010 / 11:29. Die Sache der Aufklärung meinen wir zu kennen – sie forderte Gedankenfreiheit, Selbstbestimmung, eine Lebensführung nach Maßgabe der Vernunft und bürgerliche Rechte. Weniger bekannt sind die konkreten Sachen, denen die Menschen der Aufklärung ihr Interesse widmeten: die Dinge des Alltags, die materiale Dimension von Erkenntnis, Kultur und Kritik, die Laboreinrichtungen, Handelswaren und Kunstobjekte. Eine große Tagung geht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) beiden Dimensionen in ihrem Zusammenhang nach, der Sache wie den Sachen der Aufklärung. Sie findet vom 30. September bis 3. Oktober 2010 statt.


„Die Sachen der Aufklärung - Matters of Enlightenment - La cause et les choses des lumières“ unter diesem Titel diskutieren 113 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - darunter gut ein Viertel ausländischer Gäste - vier Tage lang die Spannungen und Interferenzen zwischen der großen Sache der Aufklärung und ihren vielen kleineren Sachen. „Dabei reichen die Themen von Streitsachen und Sachverstand über die Wertsachen bis hin zu Spielsachen und Kultobjekten“, sagt Prof. Dr. Daniel Fulda, Mitorganisator der Tagung. Es handelt sich zugleich um die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ), der weltweit zweitgrößten Vereinigung von Aufklärungsforschern. Die Gesellschaft wird auf der Tagung auch einen neuen Präsidenten wählen.

Die hallesche Universität präsentiert sich mit dieser wissenschaftlichen Großveranstaltung erneut als ein herausragendes Zentrum der Aufklärungsforschung von internationaler Ausstrahlung. Das Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung der MLU (IZEA) veranstaltet die Tagung in Kooperation mit dem Exzellenznetzwerk „Aufklärung - Religion - Wissen“ sowie den Franckeschen Stiftungen zu Halle. Die Leitung haben Prof. Dr. Daniel Fulda, Geschäftsführender Direktor des Aufklärungszentrums, sowie Prof. Dr. Frauke Berndt aus Tübingen übernommen.

Nach der Eröffnung in der Aula werden die historischen Gebäude der Franckeschen Stiftungen der Tagung einen idealen Rahmen bieten, der die Leistungen der Aufklärungszeit noch heute erlebbar macht. Einer der Höhepunkte wird der öffentliche Abendvortrag des bekannten Kulturwissenschaftlers Prof. Dr. Hartmut Böhme (Berlin) über „Dinge, Daten, Wissenschaften. Aporien der Aufklärung bei Alexander von Humboldt“ sein. Dazu sind am Freitag, 1. Oktober, um 19.30 Uhr alle Interessierten in den Freylinghausen-Saal der Stiftungen eingeladen.

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ) 2010

Zeit: 30. September bis 3. Oktober 2010 in Halle (Saale), Eröffnung: 30. September, 15 Uhr in der Aula im Löwengebäude, Universitätsplatz 11, Begrüßung durch den Rektor der Universität Halle- Wittenberg, Prof. Dr. Udo Sträter, und den Präsidenten der DGEJ, Prof. Dr. Laurenz Lütteken, Tagungsort (außer der Eröffnungsveranstaltung): Franckesche Stiftungen zu Halle

Veranstalter: Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung der MLU in Kooperation mit dem Exzellenznetzwerk „Aufklärung - Religion - Wissen“ sowie den Franckeschen Stiftungen zu Halle

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Kultusministerium Sachsen-Anhalt, die Franckeschen Stiftungen zu Halle, das Exzellenznetzwerk „Aufklärung - Religion - Wissen“, die Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg und die Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen (Universitätsbund) e. V.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: idw Informationsdienst Wissenschaft.

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