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Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW

Wir lehnen die Atomtransporte von Ahaus nach Mayak ab

24.09.2010 / 11:35. Zu den gestern vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) genehmigten Transporten von 18 Castor-Behältern mit 951 hoch radioaktiven Brennstäben aus dem nordrhein-westfälischen Brennelemente-Zwischenlager Ahaus nach Mayak in Russland, erklärt Hans Christian Markert MdL, anti-atompolitischer Sprecher:


"Wir lehnen diese Transporte im Sinne des derzeit gültigen Atomgesetzes ab. Dieses schreibt nicht nur den Atomausstieg, sondern ebenso eindeutig die Gewährleistung der inneren und äußeren Sicherheit als Ziel vor.

Der Anlagenkomplex Mayak ist bereits jetzt die meistverstrahlte Region der Erde. Dort ist es 1957 im Lager für radioaktive Abfälle zu einer Explosion gekommen ist, bei der ebenso viel Strahlung freigesetzt wurde, wie bei der Tschernobyl-Katastrophe. In jüngster Zeit hat es in der Region aber die verheerenden Flächenwaldbrände gegeben. Das BfS hat bei seiner extrem formalisierten und gebundenen Entscheidung diesen Aspekt nach dem Atomgesetz jedoch gar nicht geprüft. Auch die internationale Atomenergiebehörde IAEA hat hier versagt. Aufgrund der klimawandelbedingten weiterhin zu erwartenden extremen Wetterlagen ist auch in Zukunft von verstärkter Flächenwald- und Torfbrandgefahr in der Region um Mayak auszugehen.

Auch wenn das Material ursprünglich aus Russland stammt, gibt es dennoch eine nationale Verantwortung, den am Nutzungsstandort entstehenden Atom-Müll auch standortnah zwischen zu lagern. Schließlich führen wir ja das abgereicherte Uran auch nicht nach Niger zurück, nur weil es dort ursprünglich abgebaut wurde.

Der Transport über den halben eurasischen Kontinent, voraussichtlich von Ahaus auf der Straße bis zu einem deutschen Hafen, von dort per Schiff nach Sankt Petersburg und dann per Schiene nach Mayak, ist für uns unverantwortlich. Gerade in einer Situation, in der die schwarz-gelbe Bundesregierung mit ihrer Aufkündigung des gesellschaftlichen Konsenses in der Frage des Atomausstieges bereits erheblichen Protest und breiten Widerstand in allen Bevölkerungsschichten ausgelöst hat. Dies berührt auch die Frage nach der inneren Sicherheit bei derartigen Transporten. Rot-Grün wird demnächst einen entsprechenden Antrag im Landesparlament einbringen und wir werden uns selbstverständlich an den berechtigten Protesten vor Ort beteiligen."

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW.

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