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Universität des Saarlandes

Wie kann man Programmierfehlern in großen Softwaresystemen vorbeugen?

30.09.2010 / 11:35. Wenn Software-Systeme verändert werden, liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa fünfzig Prozent, dass man einen neuen Fehler in das System einbaut. Ein Forscherteam um Andreas Zeller, Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes, hat daher ein Verfahren entwickelt, mit dem das Fehler-Risiko eines Software-Systems errechnet wird. Die Programmierer können dann vor Fehlschritten gewarnt werden. Um die Forschungen auf diesem Gebiet weiter zu vertiefen, erhalten die Saarbrücker Wissenschaftler jetzt den mit 80.000 Dollar dotierten Google Research

Award.

Eine kleine Software-Änderung und gleich ein neuer Fehler im System?

Dieser Gefahr wollen Professor Andreas Zeller von der Universität des Saarlandes und sein Forscherteam vorbeugen. Die Wissenschaftler haben ein Programm entwickelt, das Fehlerdatenbanken von Software-Systemen genau analysiert. Es stellt dabei fest, wo in der Vergangenheit schon Probleme aufgetreten sind und welche Befehlszeilen dabei bearbeitet wurden. Wenn ein Programmierer dann einzelne Programmteile verändern möchte, öffnet sich am Bildschirm ein Popup-Fenster und warnt rechtzeitig vor Risiken und neuen Fehlern. "Man kann sich das wie das Schild "Achtung Rutschgefahr" im Straßenverkehr vorstellen. Für den Programmierer sehen viele Wege erst harmlos aus, sie können sich aber bei Veränderungen zu üblen Stolperfallen entwickeln", sagt Andreas Zeller.

Für die Entwicklung neuer Verfahren, die vor solchen Programmierfallen warnen, vergibt der Schweizer Suchmaschinen-Betreiber jetzt den Google Research Award. Für die Forschungsarbeiten von Andreas Zeller und seinem Team stellt Google selbst Daten zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat Professor Zeller bereits die Fehlerdatenbanken von Microsoft und SAP analysiert und Vorhersagen getroffen, in welchen Programmteilen das Fehlerrisiko am höchsten ist.

Andreas Zeller ist Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes. Zu seinen aktuellen Forschungsthemen gehören neben der Analyse von Software-Archiven ("Wo sind die Software-Fehler?") die automatische
Fehlersuche (?Warum stürzt mein Programm ab??) sowie das systematische Testen von Programmen. Im Jahre 2009 erhielt seine Arbeit zur automatischen Fehlersuche den ACM SIGSOFT Impact Paper Award als einflussreichster Softwaretechnik-Beitrag des Jahres 1999.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Universität des Saarlandes.

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