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Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V.
Vorträge gegen Werbefeldzug der Bundeswehr - 200 Petitionen gegen Kooperationsvereinbarung
09.04.2010 / 13:40. Angesichts der Kooperationsvereinbarung zwischen der Bundeswehr und dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium informieren zwei Vorträge über die Hintergründe. Veranstalter sind die AG Frieden in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung RLP und Unterstützung von GEW Trier, DFG-VK Trier, Pax Christi Trier, Referat für Politische Bildung des AStA der Universität Trier, Katholische Studierende Jugend Trier und Schülercafé Scheinbar -- Vertreter aller Gruppen unterstützen auch die Petition.Am 20. April wird Jonna Schürkes von Informationsstelle Militarisierung Tübingen zu "Bundeswehr macht (Hoch-) Schule, kritisches zur zunehmenden Militarisierung der Bildung" vortragen. Dabei geht es um Fragen was läuft an Bundeswehrwerbung an Schulen, wie sieht Militär-Forschung an Universitäten aus? Was bedeuten die Kooperationsvereinbarung zwischen Kultusministerien und Bundeswehr? Am 18. Mai referiert Markus Gross von Bundeswehrwegtreten Köln über "Strategien gegen die Militarisierung des Zivilen", er erläutert die Funktion von Akzeptanzmanagement, Eventmarketing und der Werbetour der Bundeswehr, und geht der Frage nach was wir gegen Kooperationsabkommen und Rekrutierung an Schulen und Arbeitsagenturen tun können sowie wie es mit der Petition weitergeht. Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden jeweils um 20 Uhr im Friedens- und Umweltzentrum in der Pfützenstr.1 in Trier statt, der Eintritt ist frei.
Am 18. März wurde zur Unterstützung der Petition gegen die Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr und rheinland-pfälzischem Bildungsministerium aufgerufen. Inzwischen unterstützen 200 Personen, darunter viele Lehrer, Schüler, Studierende, Gewerkschafter und Parteimitglieder von SPD, Grünen, Die Linke, sowie Mitglieder kirchlicher Gruppen, von Umwelt- und Friedensorganisationen sowie Sozialer Bewegungen und Bildungseinrichtungen die Petition. "Wer will kann die Petition noch unterzeichnen, wir sammeln aber nicht weiter, sondern warten jetzt auf die Antwort des Petitionsausschusses. Der Widerstand gegen diese Militarisierung muss aber auf allen gesellschaftlichen Eben weitergehen -- wir können nicht hinnehmen, dass die Politik die Bundeswehr Minderjährige und Kinder werben läßt!" erläutert Markus Pflüger von der AGF. Mit der Petition wird die Rücknahme der Vereinbarung die Jugendoffiziere der Bundeswehr in den Unterricht, sowie in die Lehrerausbildung fest einbindet gefordert. Besonders bedenklich sei, dass dieses Abkommen ohne die demokratisch gebotene Debatte und ohne Vorankündigung unterzeichnet wurde. Es wird um die Akzeptanz der Bundeswehreinsätze geworben und die sicherheitspolitische Auffassung der Bundeswehr vermittelt -- obwohl sie beispielsweise beim Kriegseinsatz in Afghanistan im Widerspruch zur Mehrheit der Bevölkerung steht. Diese Einseitigkeit der verbreiteten Sichtweise auf die internationale Politik sei inakzeptabel: "Wir lehnen diesen Exlusivvertrag mit der Bundeswehr ab - auch im Hinblick auf den Landtagswahlkampf ist die SPD gut beraten diese einseitige Rahmenvereinbarung zurückzunehmen!" so Hermann Anell - Vorstandsprecher der AG Frieden Trier, "Schon bisher wurden Schüler oft einseitig von der Bundeswehr informiert, es war aber für die Schulen eine freiwillige Entscheidung - kein festgelegte Formalisierung -- auch andere friedenspolitische Sichtweisen konnten vermittelt werden, dies gilt es zu verstärken. Die Vertiefung und Institutionalisierung der militärischen Sichtweise durch die Kooperationsvereinbarung ist der Gipfel und gehört aufgekündigt."
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V..

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