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Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland Pfalz
Vorbildliche ökologische Leistungen in der Gemeinde - Umweltministerin Margit Conrad zeichnet die Ortsgemeinden Rumbach und Kempenich aus
01.03.2010 / 10:01. Umweltministerin Margit Conrad hat heute die Gemeinden bekannt gegeben, die den Sonderpreis für "Vorbildliche ökologische Leistungen in der Gemeinde" für 2009 erhalten. Die Auszeichnung geht an Rumbach (Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, Landkreis Südwestpfalz) und Kempenich (Verbandsgemeinde Brohltal, Landkreis Ahrweiler). Verliehen wird der Sonderpreis im Rahmen des Landeswettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft". Rumbach erhält 3.000 Euro, Kempenich 2.000 Euro.Conrad lobte das hohe Engagement der Bürgerschaft und Vereine für eine nachhaltige Entwicklung in den Ortsgemeinden Rumbach und Kempenich. "In Rumbach und Kempenich setzen sich viele Menschen für eine gesunde ökologische und soziale Entwicklung ihrer Gemeinde ein. Sie tragen somit zum Erhalt der rheinland-pfälzischen Kulturlandschaften und der Biodiversität bei. Sie tragen auch bei zu einem guten Miteinander". Lob für Einzelleistungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung gab es außerdem für die Gemeinden Boos (Kreis Mayen-Koblenz), Külz (Rhein-Hunsrück-Kreis), Longuich-Kirsch (Kreis Trier-Saarburg), Nieder-Wiesen (Kreis Alzey-Worms) und Wiebelsheim (Rhein-Hunsrück-Kreis), die sich auch beworben hatten.
Die Wohn- und Tourismusgemeinde Rumbach mit rund 480 Einwohnern liegt inmitten des grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservates Pfälzerwald- Nordvogesen. Große Teile der Gemarkung sind als Natura 2000 Schutzgebiete ausgewiesen, da sie eine wichtige Rolle spielen für gefährdete wildlebende heimische Pflanzen- und Tierarten. Bürgerschaft und Verwaltung der Gemeinde sind sich dieses Naturkapitals sehr bewusst und setzen sich deshalb seit Jahrzehnten mit vielen vorbildlichen Aktivitäten für den Natur- und Landschaftsschutz ein. Ihrem Engagement ist es u.a. zu verdanken, dass sechs für die Dorfidentität wichtige offene Laufbrunnen reaktiviert werden konnten und der Dorfteich zu einem naturnahen Feuchtbiotop umgestaltet wurde.
Als Lebensraum für die dorftypischen Pflanzen und Tiere dienen auch die hausnahen, vorbildlich gestalteten Bauerngärten, die allerorts offenen, gut zugänglichen Ställe und Scheunen sowie die vielen heimischen Bäume im Ort. Außerdem unterstützt die Gemeinde den Schutz der hochgradig gefährdeten Fledermaus durch artgerechten Ausbau und Vergitterung ortsnaher alter Stollen. Hervorzuheben ist auch die ehrenamtliche Pflege der Wanderwege und Erholungseinrichtungen oder der Streuobstbestände und der Nistkästen. Das Naturverständnis der Bürgerschaft und der Feriengäste wird mit geführten Natur- und Wildbeobachtungen gefördert.
Bemerkenswert sind zudem verschiedene Initiativen auf dem Sektor der erneuerbaren Energien. Fotovoltaikanlagen wurden auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses und an Privatgebäuden errichtet, viele Privathäuser verfügen über Solarkollektoren für Warmwasser und zur Heizungsunterstützung. Auch heizen etliche Haushalte mit Holz aus den umliegenden Wäldern. Die Gemeinde Rumbach wurde im Jahre 2000 schon einmal mit dem Sonderpreis ausgezeichnet.
Die Wohn- und Arbeitsgemeinde Kempenich umfasst zirka 1.950 Einwohner und hat ebenfalls eindrucksvolle ökologische Leistungen aufzuweisen. So entstanden zum Beispiel im Waldbereich "Bruch" auf etwa 12 Hektar gemeindeeigener Fläche 16 Kleinstgewässer sowie zwei kleine Bäche mit dem Ziel, Feuchtgebiete zu entwickeln, in denen Amphibien, Libellen und viele Pflanzenarten dauerhaft und optimal leben können. Etwa alle sechs Monate führen ehrenamtliche Helfer einen "Biotoppflege-Aktionstag" durch, an dem Unrat und Beeinträchtigungen aus diesen Lebensräumen der Fauna und Flora beseitigt werden. Sehr zu begrüßen ist ein spezielles Artenschutzvorhaben zugunsten der bundesweit gefährdeten und im Landesbereich sogar vom Aussterben bedrohten Laubheuschreckenart "Warzenbeißer". Die Gemeinde erwarb ein 3,5 Hektar großes Gelände und pachtete zudem circa 2 Hektar, um dem Insekt einen geeigneten Ausweichlebensraum zu ermöglichen. Für diesen wurde ein artgerechter Pflegeplan für 25 Jahre konzipiert.
Beachtenswert ist auch ein von der Katholischen Jugend Kempenich angelegter Bauerngarten, der unter Anleitung Erwachsener und mit finanzieller Hilfe der Gemeinde und des Landkreises entstand. In einem "72-Stunden-Projekt" des Bistums Trier schuf die Katholische Jugend zudem einen "Garten der Sinne und eine Begegnungsstätte" im Innenhof des Seniorenheims. Zudem ist der Einsatz erneuerbarer Energien vorgesehen, unter anderem soll ein Nahwärmeverbund mit Holzhackschnitzelheizung zur Wärmeversorgung mehrerer größerer Gebäude entstehen.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland Pfalz.

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