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SPD-Landtagsfraktion Brandenburg

Verkürzter Zivildienst: Vertrauen bleibt auf der Strecke

18.06.2010 / 12:52. Nach langem Hin und Her ist es nun beschlossene Sache. Ab 1. Juli dauert der Zivildienst nur noch ein halbes Jahr, gleiches gilt für den Wehrdienst. "Auch wenn die Verkürzung keine Katastrophe für die Träger darstellt, ist sie ein Verlust, der nicht nur in Monaten zu rechnen ist", sagte Sylvia Lehmann, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.


"Es geht um zwei wichtige Punkte", so die SPD-Politikerin, "Einarbeitung und Vertrauen".

In bestimmten Bereichen dauere allein die Einarbeitung drei Monate. "Bevor die jungen Männer ihren Dienst also wirklich leisten können, ist die Hälfte der Zeit bereits verstrichen", so Lehmann, "Da stellt sich dann zumindest die Frage nach der Verhältnismäßigkeit".

Besonders treffe die Entscheidung des Bundestags aber die betreuten Menschen in der Pflege, bei der Arbeit mit Behinderten und in Kindergärten. "Jedes halbe Jahr eine andere Bezugsperson vorgesetzt zu bekommen, halte ich für problematisch", erklärte die Sozialexpertin und fügte hinzu: "Man kann es auch Zumutung nennen". Denn an den Stellen, wo soziale Arbeit, in der Zivildienstleistende eingesetzt würden, auch menschliche Beziehungsarbeit sei, sei Vertrauen unabdingbar. "Vertrauen muss aber erst einmal entstehen".

Das Mindeste sei es nun, das durch die Verkürzung eingesparte Geld zu nutzen, um das freiwillige soziale Jahr (FSJ) auszubauen. "Wenn ich den Zivildienst beschneide, muss ich das FSJ finanziell und inhaltlich aufwerten", sagte Lehmann. Ansonsten sei dies erneut eine Einsparung zulasten der Schwachen.

Gestern hatte der Bundestag mit der Mehrheit von CDU/CSU und FDP die umstrittene Reform verabschiedet, die erstmals auch eine freiwillige Verlängerung des Zivildienstes vorsieht. Die Opposition hatte sich geschlossen gegen das Gesetz ausgesprochen.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: SPD-Landtagsfraktion Brandenburg.

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