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Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Verbraucherministerin Merk fordert Säulenmodell bei Lebensmittelkennzeichnung
16.06.2010 / 15:31. Die Bayerische Verbraucherministerin Dr. Beate Merk will ihren Kampf für eine klare und verständliche Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln nicht verloren geben. Zwar hat das Europäische Parlament heute in erster Lesung zur Lebensmittelverordnung der sogenannten Ampelkennzeichnung eine Absage erteilt. Merk will das aber nicht hinnehmen: "Das Parlament hat sich leider der Lobby der Wirtschaft gebeugt und will die Möglichkeit grafischer Darstellungen offenbar noch weiter einschränken, als dies der ursprüngliche Kommissionsentwurf vorsah. Und das, obwohl Meinungsumfragen unter Verbrauchern deutlich deren Wunsch nach einer grafischen und farblichen Nährwertkennzeichnung belegen. Eine grafische Darstellung nach dem bayerischen Säulenmodell bietet Nährwertinformationen auf den ersten Blick. Sie ist ein optisches Signal, das den Verbrauchern eine schnelle Orientierung beim Einkauf von Lebensmitteln bietet. Werbung und Aufschrift auf den Verpackungen suggerieren oft Eigenschaften, die bei genauerem Hinsehen nicht zutreffen. Eine grafische und farbliche Nährwertkennzeichnung stellt dazu ein Gegengewicht dar und unterstützt die Verbraucher bei ihrer Entscheidung."Auf bayerische Initiative hin hatte sich schon 2008 die Konferenz der deutschen Verbraucherminister für eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung von verpackten Lebensmitteln ausgesprochen. Dargestellt werden soll der absolute Gehalt an Energie, Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz - jeweils bezogen auf eine einheitliche Größe von 100g oder 100ml; der Gehalt der einzelnen Nährwerte soll in den Farben grün, gelb und rot gekennzeichnet werden (vgl. grafische Darstellung). Es handelt sich im Ergebnis um eine Kombination des "GDA-Modells" der Industrie und der in Großbritannien üblichen Ampelkennzeichnung. Dazu Merk: "Wenn wir eine solche Kennzeichnung durch eine entsprechende Informationskampagne begleiten, werden wir - wie in England erprobt - eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, mehr Gesundheit und eine Abnahme kostspieliger Erkrankungen erreichen können".
"Ich bin realistisch: Eine einheitliche Regelung auf europäischer Ebene dürfte bis auf Weiteres nicht zu erwarten sein. Was ich aber absolut nicht verstehen kann: Jetzt sollen die Mitgliedsstaaten offenbar nicht einmal mehr zusätzliche nationale Kennzeichnungen einführen können. Das bedeutet aus Verbrauchersicht einen herben Schlag. Europa hält damit die Mitgliedsstaaten davon ab, Verbraucher über das europäische Mindestmaß hinaus zu informieren. Das ist nicht mehr, sondern weniger der dringend notwendigen Verbraucherinformation" so Merk.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

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