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Evangelische Landeskirche in Baden

Umweltzertifizierung ist glaubwürdiges Handeln der Kirche

16.04.2010 / 12:45. Im Morata-Haus Heidelberg, Sitz des Predigerseminars und des theologischen Studienhauses der Evangelischen
Landeskirche in Baden erhielten sieben Einrichtungen der Evangelischen Landeskirche in Baden am Donnerstag das Umweltzertifikat "Grüner Gockel". In einem Festakt wurden die Zertifikate an die Tagungshäuser Schloss Beuggen (Rheinfelden), Haus der Kirche (Bad Herrenalb), das Morata-Haus (Heidelberg), die Jugendbildungsstätten in Neckarzimmern und Ludwigshafen am Bodensee, das Fortbildungszentrum in Freiburg sowie das Serviceamt und Verwaltungsamt in Meckesheim verliehen.


Landesbischof Ulrich Fischer beleuchtete in seiner Andacht zur Eröffnung des Festaktes die eher ungewöhnliche Sichtweise einer zweigeteilten Schöpfung. Die Schöpfung sei sowohl auf Vergänglichkeit als auch auf Wiedergeburt angelegt in der Hoffnung auf Vollendung und auf neues Leben. Mit der Achtsamkeit auf Gottes geliehene Wohnung - der Welt - werden wir das Ziel der Wiedergeburt nur gemeinsam mit der Schöpfung erreichen. Die Emas-Zertifizierung mit dem ?Grünen Gockel? sei ein kleiner Beitrag, um das Stöhnen der Schöpfung unter dem Menschen zu reduzieren, meinte der
Bischof.

Der Baureferent der Landeskirche, Oberkirchenrat Stefan Werner, freute sich über die sieben weiteren Einrichtungen in der landeskirchlichen "Gockel-Familie". Schon 90 Gemeinden seien zertifiziert oder auf dem Weg. Bis zum Jahr 2014 will die Landeskirche erreichen, 25 Prozent des CO2 Ausstoßes zu reduzieren, sowie 500 ausgebildete Umweltauditoren in der
Landeskirche zu haben.

Peter Eckstein, Ministerialdirigent von Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr betonte die positiven Effekte für Einrichtungen. Mit der Zertifizierung könnten sie um Kunden werben. "Vor allem aber haben die Mitarbeiter über die Alltagsarbeit hinaus eine hohe Motivation", so Eckstein. Die Validierung sei "keine Eintagsfliege, sondern ist auf Dauer angelegt".

Der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner zeigte sich beeindruckt, wie die Kirche mit ihrem Umweltengagement klare und sichtbare Zeichen setze. ?Wir müssen endlich begreifen, dass wir Menschen ein Teil der Schöpfung sind?, so das Heidelberger Stadtoberhaupt. Mit diesen Aktivitäten mache sich die Kirche nach innen und außen glaubwürdig. Er
freute sich gleichfalls, dass durch den Grünen Gockel ökumenische Netzwerke entstehen.

Zur Entstehung der Umweltzertifizierung1992 in Rio zurück ging der Hauptgeschäftsführer der IHK Rhein-Neckar Professor Franz Luzius. Als Vater und Großvater habe er die kommenden Generationen im Blick, die es den heute Agierenden danken werden, ein lebenswertes Leben führen zu können. "Wir können heute alle nur gewinnen, wenn wir uns für die Umwelt
engagieren."

In einem Prozess über mehr als ein Jahr zertifizierten sich die sieben Einrichtungen der Evangelischen Landeskirche in Baden für die Verleihung des Umweltzertifikates "Grüner Gockel". Der "Grüne Gockel" als Umweltmanagement ist in der Evangelischen Landeskirche in Baden ein erprobtes und wichtiges Instrument im kirchlichen Umweltmanagement. Es wird in Kirchen- bzw. Pfarrgemeinden und in kirchlichen Einrichtungen angewandt. Leitung und Organisation erfolgen durch eine Geschäftsstelle, die zugleich der Hauptaufgabenbereich des Büros für Umwelt und Energie im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe ist. Der Grüne Gockel ist eingebunden in das EMAS-System. Das Gemeinschaftssystem für das
freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (Eco-Management and Audit Scheme, EMAS) ist ein von den Europäischen Gemeinschaften 1993 entwickeltes Instrument für Unternehmen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. EMAS ist leistungsorientiert: Der Betrieb soll sich über die umweltgesetzlichen Anforderungen hinaus verbessern! Bei EMAS sind in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung die Beschäftigten einzubeziehen. Dies soll der Identifizierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den Umweltschutzinteressen des Unternehmens dienen.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Evangelische Landeskirche in Baden.

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