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DEBRIV Bundesverband Braunkohle

Tagebau-Archäologie schreibt Kulturgeschichte

17.05.2010 / 17:27.
Archäologische Ausgrabungen in den deutschen Braunkohlenrevieren haben nicht nur wichtige neue Erkenntnisse zur Vor-, Ur- und Frühgeschichte des Menschen geliefert, sondern sogar einige Kapitel der Kulturgeschichte völlig neu geschrieben, erklärte Prof. Dr. Sigmar von Schnurbein anlässlich des diesjährigen Braunkohlentages in Halle an der Saale. Schnurbein lobte die partnerschaftliche Kooperation zwischen den Tagebaubetrieben und den Landesarchäologen. Schnurbein zählt zu den renommiertesten Vertretern der sogenannten provinzialrömischen Archäologie in Deutschland und war bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2006 erster Direktor der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts. „Großflächige Ausgrabungen im Vorfeld des Braunkohlenabbaus bringen im Vergleich zu den sonst üblichen auf einen Siedlungsplatz oder ein Gräberfeld beschränkte Untersuchungen wesentlich umfassendere Ergebnisse, da auch die Wirtschaftsflächen mit untersucht werden können.“ Als Beispiel nannte er die neuen Erkenntnisse zur spätrömischen Glasindustrie auf Landgütern im Hambacher Forst nahe Köln. Die vor 15 Jahren im Helmstedter Revier gefundenen Holzspeere mit einem Alter von etwa 400 000 Jahren haben das Bild von den damaligen Menschen sogar grundlegend verändert, sagte Schnurbein. Das hochentwickelte Jagdwerkzeug setze ein planmäßiges und auf Kommunikation beruhendes Verhalten der Menschen voraus. Nach dem Fund von mehr als 1 300 Schmelzöfen im brandenburgischen Teil des Lausitzer Reviers müsse auch über die Verbreitung und Nutzung des Eisens im 3. und 4. nachchristlichen Jahrhundert neu nachgedacht werden. Schnurbein dankte der deutschen Braunkohlenindustrie „im Namen der deutschen und internationalen Archäologie für die vielfältige Unterstützung bei der Rettung und Bewahrung des kulturellen Erbes“.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: DEBRIV Bundesverband Braunkohle.

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