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Streichen der Bildungspakete bei Geringverdienern
30.09.2010 / 11:37. Die Deutsche Kinderhilfe kritisiert heftig die heute bekannt gewordenen Pläne des Bundesarbeitsministeriums, die Schulstartpakete in Höhe von 100 Euro ersatzlos zu streichen. Die ersatzlose Streichung ist ein fatales Signal für alle arbeitenden Eltern, die aufgrund ihres geringen Einkommens mit Hilfe des Kinderzuschlages ihr Einkommen aufbessern, um nicht Hartz IV empfangen zu müssen. Diesen Eltern nun im Zusammenhang mit einer Bildungsförderung für Hartz IV-Empfänger das Schulpaket, das gezielt für die Bildung der Kinder bestimmt ist, zu nehmen ist zutiefst ungerecht. Ferner gibt es diesen arbeitenden Eltern zu verstehen, dass ihre Kinder weniger förderungswürdig sind, nur weil ihre Eltern arbeiten. Dabei ist es vor allem die Berufstätigkeit der Eltern, die den Kindern eine Chance bietet, aus der Armutsspirale herauszukommen.Die jüngst vorgestellte Umstellung auf Sachleistungen durch Einführung eines Bildungspakets stellt einen Paradigmenwechsel dar und bietet die Chance auf einen Einstieg in eine konsequente Umstellung der Förderleistungen auf Sachleistungen. Die dafür eingestellten Mittel sind ohnehin zu gering, um die ehrgeizigen Ziele einer echten Bildungsförderung zu erreichen. Wenn dieser kleine Schritt für Hartz IV-Empfänger aber mit einem Streichen des Schulstarpaketes bei den Geringverdienern erkauft wird, dann erhält diese Reform in der Tat die soziale Schieflage, die Kritiker in den letzten Tagen artikuliert haben.
Die Deutsche Kinderhilfe fordert Arbeitsministerin von der Leyen und Familienministerin Schröder auf, unverzüglich diese unsozialen Pläne zu streichen und ein Konzept vorzulegen, wie auch Kinder aus den Familien gering verdienender Eltern effektiv und zielgerichtet im Sinne einer umfassenden Bildung gefördert werden können.
„Die Pläne, die Bildung von Kindern aus Hartz IV-Familien mit dem Streichen des Schulstartpakets für Geringverdiener zu erkaufen spielt in übler Weise Hartz IV Empfänger und Geringverdiener gegeneinander aus. Wie will diese Regierung Menschen dazu motivieren, auch gering bezahlte Jobs anzunehmen, wenn damit eine geringerere Förderung ihrer Kinder einhergeht? Diese Pläne gehören schleunigst wieder in die Schubladen der Ministerialbürokratie. Bleiben sie bestehen, sind alle Worte für mehr Bildung von Kindern nicht ernst gemeint“, so Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Deutsche Kinderhilfe e.V..

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