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Starker Aufschwung im ungewissen Umfeld - IHK-Konjunkturumfrage zeigt Zuversicht der Unternehmen
01.10.2010 / 11:33. Die Wirtschaft wächst. Und nach Meinung der Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region bleibt das vorerst auch so ? allerdings wird das Wachstumstempo nachlassen. Zu dieser Einschätzung kommt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen nach Auswertung ihrer aktuellen Konjunkturumfrage, deren Ergebnisse IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing heute (1. Oktober) in Münster präsentierte: ?Die Unternehmen haben offenbar inzwischen so viel Schwung aufgenommen, dass die konjunkturellen Impulse bis ins nächste Jahr hinein tragen können?, stellte er fest, wies aber gleichzeitig auf das "noch immer ungewisse Umfeld" hin, in dem dieErholung stattfinde.
Doch im Augenblick befindet sich die regionale Wirtschaft in hervorragender Verfassung. Gegenüber der Umfrage im Sommer 2009 hat sich der Anteil der positiven Meldungen insgesamt verdoppelt. 39 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, für fast 56 Prozent ist sie befriedigend. Nur eine kleine Minderheit von sechs Prozent hält sie für schlecht.
Damit hat das regionale Wirtschaftsklima ?annähernd zu dem Niveau zurückgefunden, das vor dem Ausbruch der wirtschafts- und Finanzkrise zu verzeichnen war?, so Schulte-Uebbing. Doch im Unterschied zur Befragung Mitte 2008 sind die Unternehmen derzeit deutlich zuversichtlicher, was die Entwicklung in den nächsten Monaten angeht. Damals gingen nur 13 Prozent von einer weiteren Verbesserung aus, heute sind es auch hier doppelt so viele (26,4 Prozent). Noch offensichtlicher wird der Stimmungswandel bei der Betrachtung der Pessimisten. Während im Sommer 2008 ein Drittel
erwartete, dass die Geschäftsaussichten schlecht sind, so meinen das gegenwärtig nur sechs Prozent.
Entsprechend ist der IHK-Konjunkturklimaindikator, der in einem Wert die Lageeinschätzung und die Zukunftserwartungen der Unternehmen ausdrückt, gegenüber der Umfrage zum Jahreswechsel "kräftig nach oben geschnellt". Der Indikator machte einen Sprung um 22 Punkte auf jetzt 126 Punkte.
"Erfreulich ist, dass die Erholung spürbar an Breite gewonnen hat und sich durch alle Branchen und Größenklassen von Unternehmen zieht", erläutert Schulte-Uebbing. Besonders ?gut? bewerten die Dienstleistungsunternehmen die Lageeinschätzung (50 Prozent). Aber auch im Handel (32 Prozent) ist die Stimmung angesichts der ?ungetrübten Kauflust der Konsumenten? besser, während sich in der Industrie die Exporterfolge positiv niederschlagen (35 Prozent).
"Unsere Einschätzung, dass der Aufschwung mal wieder vom Export getragen wird, hat sich bestätigt?, blickte der IHK-Hauptgeschäftsführer auf die IHK-Prognose vom Jahreswechsel zurück. Aber niemand habe ernsthaft damit gerechnet, dass der Aufschwung eine solche Zugkraft entwickeln würde. Mehr als ein Drittel der Unternehmen (36 Prozent) erwartet sogar noch stärkere Impulse aus dem Auslandsgeschäft, 58 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Nachfrage, erneut nur sechs Prozent mit geringeren Umsätzen.
Als Indiz für die Tragfähigkeit des Aufschwungs wertet die IHK die steigende Investitionsneigung. Erstmals der Umfrage zum Jahreswechsel 2007/2008 ist der Antwortsaldo bei den Investitionen wieder positiv: Nur 17 Prozent der Unternehmen wollen die Investitionsausgaben zurückfahren, knapp ein Viertel will mehr investieren.
Entsprechend wirkt sich der Aufschwung auch auf den Arbeitsmarkt aus. Ein Viertel der Betriebe will mehr Personal einstellen, zwei Drittel planen, die Belegschaftsstärke zu halten. Auch hier ist der Antwortsaldo zum ersten Mal seit fünf Umfragen wieder im positiven Bereich. "Die Beschäftigungsaussichten sind so günstig wie seit Beginn des Jahrzehnts nicht mehr", betont Schulte-Uebbing.
Doch bei aller Zuversicht: Die Unternehmen sehen auch "Risiken für die Zukunft". Die größte Unwägbarkeit der nächsten zwölf Monate ist nach Ansicht der Unternehmen die Inlandsnachfrage. Es folgen die Energie- und Rohstoffpreise, die besonders den mittleren und großen Unternehmen Sorgen machen. Außerdem, ergänzt Schulte-Uebbing aus seiner Sicht, deute einiges auf eine nachlassende Konjunktur in den USA und China hin. Auch die Auswirkungen der inzwischen besser gefüllten Lager sowie der auslaufenden Konjunkturprogramme seien noch unklar.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: IHK Nord Westfalen.

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