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Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg

Staatssekretär Hillebrand: Fernsehangebote müssen auch für gehörlose Menschen zugänglich sein

24.09.2010 / 10:23. Am Sonntag (26.9.) findet der weltweite Tag der Gehörlosen statt. Der Aktionstag wurde 1951 vom Weltverband der Gehörlosen ins Leben gerufen und wird seit Mitte der 70er Jahre auch in Deutschland begangen.

Ein Hauptanliegen des internationalen Tages des Gehörlosen ist es, auf die be­sondere Situation der landesweit über 7.000 gehörlosen Menschen hinzuweisen und die Kommunikationssituation Hörgeschädigter zu verbessern. Dabei soll auch für die Deutsche Gebärdensprache geworben werden, die nach dem Lan­des-Behindertengleichstellungsgesetz als eigenstände Sprache anerkannt ist. "Dass Englisch, Französisch oder Spanisch eigenständige Sprachen sind, wird von niemandem in Zweifel gezogen. Dass dies in gleicher Weise für die Deutsche Gebärdensprache gilt, hat sich leider noch nicht überall herumgespro­chen. Für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von gehörlosen Menschen ist dies jedoch eine entscheidende Weichenstellung. Es geht dabei nicht um Sonderrechte, sondern darum, sein Leben so normal als möglich zu führen, so wie dies für hörende Menschen selbstverständlich ist", sagte der Lan­des-Behindertenbeauftragte und Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren, Dieter Hillebrand.


Es sei für ihn auch mit Blick auf die Vorgaben der VN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen für gehörlose Menschen ein wichtiges Zeichen für Selbstbestimmung und Teilhabe, dass Fernsehsendungen auch für Gehörlose umfassend zugänglich sein müssten. Es könne nicht sein, dass Fern­sehen nur für Hörende gemacht würde.

"Auch gehörlose Menschen müssen ein Wahlrecht haben und selbst bestimmen können, welche Sendungen Sie anschauen möchten. Ich freue mich daher, dass der SWR auf meine gemeinsame Initiative mit den Gehörlosenverbänden im Land, der Landeskommission für Hörgeschädigte und Mitgliedern des Rundfunk­rates hin zugesagt hat, den Anteil der untertitelten Sendungen im SWR-Fernse­hen stetig zu erhöhen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein, da dadurch der SWR seinem Informationsauftrag auch bei hörgeschädigten Zuschauerinnen und Zu­schauern in Zukunft verstärkt nachkommen wird", betonte Dieter Hillebrand.

Gerade im Medienzeitalter sei es ein sichtbares Zeichen gelebter Inklusion, wenn insbesondere die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihre Sendungen in hohem Maße barrierefrei anbieten würden. Die Untertitelung von Fernsehsen­dungen sei die entscheidende Voraussetzung für einen gleichberechtigten Zu­gang zu Information und Kommunikation für gehörlose und auch für viele hörge­schädigte Menschen. "Es kann und darf nicht sein, dass viele Fernsehsendun­gen für Gehörlose nur Stummfilmangebote sind und diese Mitbürgerinnen und Mitbürger von aktuellen Informationen abgehängt sind. Eine weitgehend durch­gängige Untertitelung von Fernsehsendungen nutzt auch den rund 30.000 schwerhörigen Menschen im Land", sagte Dieter Hillebrand.

In Baden-Württemberg lebten neben den über 7.000 gehörlosen schwerbehin­derten Menschen mit amtlichem Ausweis knapp 30.000 schwerhörige Menschen. Der internationale Tag der Gehörlosen solle auch deutlich machen, dass gehör­lose und hörbeeinträchtigte Menschen selbstverständlicher Teil der Gesellschaft seien und dies auch unkompliziert leben wollten. "Dies betrifft alle Lebensberei­che und ist damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die alle angeht", be­tonte der Staatssekretär.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg.

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