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Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg

Sozialministerin Dr. Monika Stolz: "Heimerziehung leistet mehr als bloße Versorgung von Kindern"

01.10.2010 / 11:15. "Die Heimerziehung leistet viel mehr als die bloße Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Sie erfüllt in unserer Gesellschaft eine wichtige Aufgabe. Nämlich die Erziehung und Förderung von jungen Menschen zu einer gemeinschaftsfähigen und selbstständigen Persönlichkeit", würdigte Sozialministerin Dr. Monika Stolz am Freitag (1.10.) in Lörrach. Bei der Feier zum 150jährigen Bestehen der Tüllinger Höhe betonte die Ministerin, dass Studien belegen, dass "die Heimerziehung bisher sehr erfolgreich die Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven der von ihr betreuten Kindern und Jugendlichen verbessert hat."


Dennoch müsse sich auch die Heimerziehung immer wieder vergewissern, ob das, was sie tue, noch das Richtige ist. Meist handelt es sich bei den in Heimen lebenden jungen Menschen um solche, die sich bis zur Aufnahme in das Heim in benachteiligten und/oder gefährdeten Lebenslagen befanden und kaum Perspektiven für ihr Leben entwickeln konnten. In Baden-Württemberg leben etwa 10 000 Kinder und Jugendliche in Heimen oder in Pflegefamilien. Die Ministerin würdigte das Engagement der in der Erziehungshilfe tätigen Fachkräfte. Sie alle hätten es sich zur Aufgabe gemacht, sich der Situation von Kindern und Jugendlichen anzunehmen, denen besondere individuelle Unterstützung zuteil werden müsse. "Ein wesentliches Anliegen der von ihnen geleisteten Arbeit ist die Vermittlung von Werten und Normen, die für unser gesellschaftliches Zusammenleben elementar sind", stellte die Ministerin fest.

Trotz des demographischen Wandels nehme die Zahl der jungen Menschen und Familien, die auf Leistungen der Jugendhilfe angewiesen sind, stetig zu. "Die Kinder- und Jugendhilfe hat darauf reagiert und ihr Angebot an Unterstützung weiter ausgebaut und neue Bereiche in den Blick genommen", so die Ministerin. Dabei hätten sicherlich auch die dramatischen Kinderschicksale, die die Öffentlichkeit sehr bewegt haben, eine Rolle gespielt. "Neben den gesetzlichen Maßnahmen folgte daraus auch, dass die Jugendämter 'die Wahrnehmung des staatlichen Wächteramtes', also ihre Garantenstellung für das Kindeswohl, noch stärker in den Mittelpunkt rückten. Ich bin froh, dass so dem Schutz von Kindern vor allem durch die frühen Hilfen besonders Beachtung geschenkt wird", erklärte Stolz. Durch die besseren Standards und die ausgebauten Netzwerke, sei auch die Akzeptanz bei den Betroffenen gestiegen. Die Ministerin sagte: "Für mich ist das ein Beleg für die Leistungsfähigkeit der Jugendhilfe um bedarfsgerechte Hilfen bereitzustellen."

Bei den tragischen Fällen von vernachlässigten Kindern werde übersehen, dass sich die große Mehrheit der Eltern in Baden-Württemberg mit Engagement der Aufgabe widme, ihre Kinder gut ins Leben zu begleiten, betonte die Ministerin. Sie nähmen ihre Verantwortung für ihre Kinder ernst und bemühen sich, ihnen alle Chancen zu eröffnen, zu seelisch gesunden, sozial kompetenten und leistungsfähigen jungen Menschen heranzuwachsen. Stolz sagte: "Die Aufgabe der Erziehung ist jedoch durch den raschen Wandel verschiedenster Lebensumstände nicht leichter geworden." Eltern fühlten sich verunsichert und teilweise überfordert. "Wir wollen, dass es allen Eltern finanziell ermöglicht wird, zumindest einen Familienbildungskurs oder Elterntreff zu besuchen. Sie sollen dort einen kompetenten Ansprechpartner für ihre Fragen vorfinden und sich mit anderen Eltern zwanglos austauschen können. Außerdem sollen sie erfahren, dass sie nicht perfekt sein müssen und auch mal kleine Fehler machen können." Seit dem September 2008 erhalten Eltern neugeborener Kinder einen Gutschein im Wert von 40 Euro.

Neben der Ausgabe der Bildungsgutscheine werden in einer zweiten Komponente des Programms STÄRKE Familien in besonderen Lebenslagen unterstützt. Diese Familien erhalten die Möglichkeit, auf ihre Situation ausgerichtete Bildungskurse kostenfrei zu besuchen. Bei Bedarf kann das Angebot durch häusliche Einzelfallberatungen ergänzt werden. Die Jugendämter entscheiden in Abstimmung mit den Bildungsträgern, für welche besonderen Lebenssituationen im jeweiligen Bezirk ein Bedarf besteht. Für diese speziellen Angebote stehen den Bildungs- und Jugendhilfeträgern zusätzliche Fördermittel in Höhe von maximal 1 000 Euro je Familie zur Verfügung. "Mit dieser Komponente des Programms lassen sich auch Mütter und Väter erreichen, die die Gutscheine von sich aus eher weniger in Anspruch nehmen würden", sagte die Ministerin.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg.

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