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Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg

Senatsempfang anlässlich des 3. Hamburger Stiftungstags

04.06.2010 / 12:27. Die Stiftungshauptstadt Hamburg stand im Mittelpunkt des Empfangs am Freitagabend im Großen Festsaal des Rathauses, zu dem der Senat gemeinsam mit dem Initiativkreis Hamburger Stiftungen anlässlich des 3. Hamburger Stiftung eingeladen hatte. Justizsenator Dr. Till Steffen freute sich, dass viele Hamburgerinnen und Hamburger auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Gesellschaft über den Weg der Stiftung etwas vom Verdienten zurückgeben wollen. "Hamburger sind keine knauserigen Pfeffersäcke, die auf ihrem Geld sitzen und nur auf ihren eigenen materiellen Vorteil bedacht sind. Gerade hier in Hamburg ist die Bereitschaft traditionell groß, sich bürgerschaftlich zu engagieren und Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Man kann sogar ein stückweit sagen, es gehöre zum hanseatischen Selbstverständnis", so der Senator in seinem Grußwort zum Auftakt des Empfangs. Zu Forderungen nach mehr Transparenz meinte Steffen: "Ich bin überzeugt, dass die Stiftungen selbst ein Interesse an mehr Transparenz haben. Ein Engagement im Verborgenen kann zu einem Imageverlust führen. Stiftungen hingegen, die sich freiwillig dazu entschließen, öffentlich Rechenschaft abzulegen - beispielsweise über deren Strukturen oder die Kriterien ihrer Mittelvergabe - können mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen der Bürgerinnen und Bürgern erwerben. Meines Erachtens sorgt das in der Öffentlichkeit für mehr Verständnis für die von Stiftungen geleistete Arbeit."


Petra Herz, Vorsitzende des Vorstands der Joachim Herz Stiftung, warnte in ihrem Grußwort davor, die Unabhängigkeit von Stiftungen zu beschneiden: "Unsere Gesellschaft braucht einen lebendigen, starken und unabhängigen Dritten Sektor, der die gesellschaftliche Entwicklung unterstützt und fördert." Gerade in Zeiten der Finanzkrise und eines sich zurückziehenden Staates seien es Stiftungen, die neue Lösungsansätze suchten und in die Zukunft investierten. Bei allen Geboten von Transparenz und Offenheit müsse die Eigenständigkeit von Stiftungen gewahrt bleiben. Nur so könnten diese ihre Aufgaben im Kräftespiel der Gesellschaft erfüllen: "Stiftungen dürfen sich nicht scheuen, unbequem zu sein und aufzurütteln. Sie müssen werben und warnen, sich verbünden und einander anstacheln, manchmal auch andere Kräfte der Gesellschaft 'piesacken'". Zum Auftakt des 3. Hamburger Stiftungstags rief sie die Stiftungen zu einer Koalition der Zukunft auf: Eine Koalition, die sich engagiert, verantwortungsbewusst, kritisch und entschlossen, fördernd, in Frage stellend und mit Zuneigung und die sich langfristig dem Leben in dieser Stadt und darüber hinaus widme.

"Die Renaissance des Sozialen - Überlebensstrategien für unsere Gesellschaft", war der Festvortrag von Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Direktor der Ev. Stiftung Alsterdorf, überschrieben. "Die Renaissance des Sozialen ist eine Kulturlandschaft, in der die Nachbarschaft blüht, in der Selbstbestimmung und Sozialität einen breiten Raum haben. Sie besteht in funktionierenden und anregenden Stadtteilen, in dichten Netzen von Menschen, die ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse zusammenweben. Sie funktioniert durch die Ausschöpfung technischer Assistenzmöglichkeiten und eines quartiersbezogenen Managements. Sie gelingt durch einen intelligenten Mix von Eigeninitiative, bürgerschaftlichem Engagement und dem Einsatz professioneller Dienstleister."

Im Anschluss an den Festvortrag spielte die Vocal Jazz Combo Turiazz, bevor die Gastgeber zum Empfang luden. In keiner anderen Stadt in Deutschland gibt es annähernd so viele Stiftungen wie in Hamburg, kein anderes Bundesland verfügt über eine derart hohe Stiftungsdichte. Aktuell sind 1.175 gemeinnützige Stiftungen mit einem geschätzten Gesamtvermögen von über sieben Milliarden Euro registriert.

Der Senat ehrt mit einem jährlich stattfinden Empfang die im Vorjahr errichteten Stiftungen und würdigt das ausgeprägte bürgerschaftliche Engagement der Hamburger Stiftungen. Jede Senatorin und jeder Senator übernehmen für neun neu gegründete Stiftungen eine einjährige Patenschaft.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.

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