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Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit
Scrapie-Fall in Sachsen-Anhalt
15.06.2010 / 15:33. Der Scrapie-Fall in Sachsen-Anhalt hat laut der Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), derzeit keine Auswirkung auf Thüringen. "Im vorliegenden Fall wurde ein Schaf aus einer Herde mit ca. 400 Schafen im Rahmen der Schlachttier- und Fleischuntersuchung in Süddeutschland auf Scrapie untersucht. Dabei wurden für die Krankheit typische Veränderungen im Gehirn festgestellt. Die Herkunftsherde in Kelbra (Landkreis Mansfeld- Südharz) wurde zunächst unter amtliche Beobachtung gestellt. Zudem wurde ein Verbringungsverbot verhängt. Jetzt muss vor Ort entschieden werden, welche Maßnahmen im Bestand zu ergreifen sind. Zuständig dafür ist die dortige Behörde."Laut Sozialministerin wurde Scrapie in den letzten drei Jahren deutschlandweit in 40 Fällen bei Schafen nachgewiesen, davon in Thüringen in keinem Fall. "Der letzte Nachweis von Scrapie datiert aus dem Jahr 2006. Insgesamt trat Scrapie seit 2003 in 10 Fällen in Thüringen auf. Es wurden durch das Land gemeinsam mit den Zuchtverbänden intensive Untersuchungen insbesondere von nachwachsenden Tieren mit dem Ziel durchgeführt, Tiere mit bestimmten genetischen Konstruktionen von der Zucht auszuschließen und somit die Krankheit zurückzudrängen. Das ist offensichtlich gelungen."
Um Kenntnisse über die Verbreitung der Krankheit zu erhalten, werden Schlachtschafe und Schlachtziegen sowie verendete Schafe und Ziegen regelmäßig labordiagnostisch auf Scrapie untersucht. Für die Thüringer Schaf- und Ziegenzucht hat die Feststellung von Scrapie in Sachsen-Anhalt bisher keine Auswirkungen. Taubert sagte: "Die Maßnahmen beziehen sich allein auf den Feststellungsbestand in Sachsen- Anhalt. Da nach den bisherigen wissenschaftlichen Kenntnissen eine Infektion des Menschen durch den Scrapie-Erreger nicht nachgewiesen ist, besteht auch für die Verbraucher keine Gefahr."
Hintergrund: Scrapie ist eine weltweit vorkommende Erkrankung bei Schafen und weniger bei Ziegen, die der BSE ähnlich ist. Ursache sind fehl gebildete Eiweiße (sogenannte Prionen), die eine Erkrankung des zentralen Nervensystems hervorrufen. Inwieweit tatsächlich Zusammenhänge zur BSE bestehen, ist nicht endgültig geklärt. Bestimmte genetische Veranlagungen erhöhen aber das Risiko des Auftretens der Scrapie. Die Tiere zeigen zentralnervöse Störungen wie Juckreiz, schwankender Gang. Die Krankheit verläuft in der Regel tödlich.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit.

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