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Schloss Dagstuhl: Kooperative Kommunikation zwischen Fahrzeugen könnte Leben schützen

30.09.2010 / 17:05. Die Anzahl von Autounfällen könnte drastisch reduziert werden, wenn Fahrer rechtzeitig auf Gefahren aufmerksam gemacht werden. Hinweise könnten sie von ihrem eigenen Auto erhalten, das wiederum Tipps von einem anderen Auto bekommt. – Die reibungslose Kommunikation zwischen Fahrzeugen ist derzeit noch Zukunftsmusik, soll aber mit Hilfe von drahtlosen Technologien möglich gemacht werden. Dem besseren Verständnis dieses Problems und der aktuellen Forschung in diesem Bereich widmen sich vom 4.–6.10.2010 Informatiker, Verkehrswissenschaftler und Telematiker aus Forschung und Industrie auf einer internationalen Tagung auf Schloss Dagstuhl, dem Leibniz-Zentrum für Informatik im nördlichen Saarland.


Wer kennt sie nicht, die vielen Verkehrsmeldungen der verschiedenen Radiosender oder die Verkehrsinformationen im Internet. Leider sind diese Meldungen selten aktuell und es passiert schon mal, dass man sich bereits in dem Stau befindet, der gerade im Radio erwähnt wird. Oder man folgt der vorgeschlagenen alternativen Route und gelangt dann in den nächsten Verkehrsstau. Neuere Navigationssysteme mit Internetanbindung liefern schon hilfreiche Informationen, allerdings sind auch hier Aktualität der Informationen und insbesondere die Handhabung der Daten sehr fragwürdig, da diese zentral gesammelt und nach bestimmten, vom Anbieter intern festgelegten Kriterien verteilt werden. Für sicherheitskritische Anwendungen sind diese Systeme also noch nicht geeignet.

Zur Optimierung der allgemeinen Verkehrssituation und um Autofahrer mit aktuellen Informationen zu versorgen, könnten drahtlose Technologien eingesetzt werden, die eine direkte Kommunikation zwischen Fahrzeugen ermöglichen. Die Handhabung, die Kontrolle und Entwicklung von Methoden und Algorithmen für eine solche Kommunikationsmöglichkeit sind jedoch noch eine sehr große Herausforderung – insbesondere für unfallverhütende Sicherheitsmaßnahmen: Bleibt ein Auto einfach stehen, wenn eine Gefahr erkennbar wird, will der Autofahrer das? Wie bekommt ein Autofahrer in solchen Fällen mehr Autonomie?

Diese und weitere Fragen wie beispielsweise fundamentale Grenzen für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation, Kommunikationsprinzipien und –muster, Sicherheit und Privatsphäre, Simulation und Modellierung werden auf der internationalen Tagung auf Schloss Dagstuhl erörtert. Dazu kommen Informatiker mit Verkehrswissenschaftlern und Telematikern aus Forschung und Industrie zusammen, um verschiedene Aspekte im Bereich der kooperativen Kommunikation zwischen Fahrzeugen zu diskutieren und neue Lösungsansätze zu finden.

Die Organisation des Dagstuhl-Seminars haben übernommen: - Falko Dresser (Universität Erlangen-Nürnberg, DE), - Frank Kargl (University of Twente, NL), - Jörg Ott (Helsinki University of Technology, FI), - Ozan K. Tonguz (Carnegie Mellon University – Pitsburgh, US), und - Lars Wischhof (Audi Electronics Venture GmbH – Gaimersheim, DE).

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: idw Informationsdienst Wissenschaft.

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