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Evangelische Landeskirche in Baden

Ruhestandspfarrer wegen Missbrauchsverdacht angeklagt in 6 Fällen

16.06.2010 / 17:23. Gegen einen Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Baden hat die Staatsanwaltschaft Mosbach Anklage wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch erhoben. Sechs Fälle in den Jahren 2007 und 2008 werden dem Pfarrer zur Last gelegt. Der Evangelische Oberkirchenrat hatte die Eltern der Opfer gebeten, Anzeige zu erstatten.


Bereits im Jahr 2008 hatten sich die Eltern eines zwölf Jahre alten Jungen an den Evangelischen Oberkirchenrat gewandt und den Verdacht des sexuellen Missbrauchs geäußert. Der Oberkirchenrat bat die Eltern, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Dem Pfarrer, der 2001 in den Ruhestand ging und sich damit zum Zeitpunkt der Taten schon im Ruhestand befand, wurden umgehend alle pfarramtlichen Dienste untersagt und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Der Pfarrer verließ seinen bisherigen Wohnort.

Nach der Anzeige durch die Eltern hat die Staatsanwaltschaft Mosbach ermittelt und nun Anklage vor dem Landgericht Mosbach erhoben. Dort wird derzeit geprüft, ob sich die Vorwürfe erhärten und ob es zu einer Verhandlung kommen wird.

Das landeskirchliche Disziplinarverfahren gegen den Pfarrer ruht so lange, bis ein rechtskräftiges Urteil in diesem Fall vorliegt. Anschließend wird der Evangelische Oberkirchenrat entschieden, welche Konsequenzen sich aus dem Urteil ergeben. Nach dem Pfarrdienstrecht werden Pfarrer nach einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr unverzüglich aus dem Dienst entfernt. Für einen Pfarrer im Ruhestand bedeutet dies den Verlust seiner Ruhestandsbezüge.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Evangelische Landeskirche in Baden.

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