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Ringvorlesung: Christliche Soziallehre zum Gemeinwohl

22.04.2010 / 14:42. Die gemeinsam organisierte Ringvorlesung der Universität und der Fachhochschule findet in diesem Semester zum zehnten Mal statt. Sie befasst sich in 13 Vorlesungen mit dem Thema "Gemeinschaft und Gemeinschaften in einer individualisierten Gesellschaft". Partner der Ringvorlesung sind neben den Hochschulen die Stadtverwaltung Erfurt, die Volkshochschule Erfurt, das HELIOS Klinikum Erfurt sowie die Thüringer Allgemeine als Medienpartner. Unterstützt wird die Reihe von der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. sowie der Gesellschaft der Freunde und Förderer der FHErfurt e.V.


In der nächsten Veranstaltung der Ringvorlesung "Gemeinschaft und Gemeinschaften in einer individualisierten Gesellschaft" am Dienstag, 27. April, referiert Prof. Dr. Dietmar Mieth (Tübingen/Erfurt) zum Thema "Hat das Gemeinwohl in einer individualisierten Gesellschaft noch eine Chance? Überlegungen aus der Sicht der christlichen Soziallehre". Die öffentliche Vorlesung beginnt um 18 Uhr im AudiMax der Fachhochschule (Altonaer Str. 25), der Eintritt ist frei.

Individualisierung ist zugleich ein Merkmal des Bewusstseins und ein Strukturkonzept einer pluralistischen Gesellschaft. Eine offene, individualisierte Gesellschaft setzt sich kritisch von sog. "geschlossenen" Gesellschaften ab. Sie ist in vielen Bereichen variabel. Demgegenüber ist ein Konzept von Gemeinwohl ambivalent. Wird es als höchster Wert aufgefasst, wirkt es antipluralistisch und kontrollierend. Versteht man es aber als "Gemeinschaft der Rechte" in einem demokratischen Gemeinwesen, kann es viele Elemente der Individualisierung aufnehmen ohne dem Partikularismus und der Beliebigkeit anheim zu fallen.

Dietmar Mieth ist Prof. für theologische Ethik unter besonderer Berücksichtigung der Sozialwissenschaften an der Eberhard-Karls- Universität in Tübingen und seit 2009 Fellow am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt. Dort forscht er zu "Fragen religiöser Individualisierung in historischer Perspektive". Ein weiterer Schwerpunkt sei-ner Arbeit stellt die "Meister Eckhard-Forschung" dar. Außerdem ist Dietmar Mieth Mitglied mehrerer Ethik-Kommissionen auf nationaler und europäischer Ebene.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: idw Informationsdienst Wissenschaft.

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