Um Ihnen künftig einen noch besseren Service anbieten zu können, konzentriern wir uns derzeit auf eine größere Umstrukturierung. Freuen Sie sich auf ein frisches Layout, mehr Nachrichten und mehr Möglichkeiten zum Mitmachen ab 2011!

Bündnis 90/Die Grünen Thüringen

Offener Brief zur drohenden Abschiebung der Familie Baruti/Islami

28.09.2010 / 13:11. Sehr geehrter Herr Minister Huber,

wie wir aus verschiedenen Presseberichten entnehmen konnten, droht der Familie Baruti/Islami aus Gotha die Abschiebung. Diese Nachricht haben wir mit großem Bestürzen und Unverständnis aufgenommen.

Noch im Juni diesen Jahres wurde durch Ihren Staatssekretär Herrn Geipert während der Beratung zum Antrag der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "Abschiebestopp für Roma in den Kosovo" darauf hingewiesen, dass für Angehörige der Roma bei dringenden humanitären und persönlichen Gründen eine aufenthaltsrechtliche Perspektive eröffnet werde.


Die Familie Baruti/Islami lebt seit 1999 in Thüringen, hat 5 Kinder zwischen sieben Monaten und 11 Jahren. Alle sind in Deutschland geboren und gehen hier zur Schule oder in den Kindergarten. Sie sprechen gut deutsch und sind hier voll integriert. Die Großeltern leben hier in Thüringen, fast alle Verwandten leben zur Zeit in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Das sieben Monate alte Baby leidet an einem Herzfehler und steht unter ärztlicher Beobachtung. Die Mutter leidet unter den Folgen von Krieg und Verfolgung. Weder für sie noch für ihr Baby kann die ärztliche Versorgung im Kosovo zugesichert werden. Auch für die anderen Kinder kann die Abschiebung in den Kosovo oder auch
nach Serbien, dessen Staatsangehörigkeit sie nicht besitzen und dessen Sprache (Serbisch) sie nicht sprechen, keine Perspektive sein. Im Kosovo ist ihr weiterer Bildungsweg ungewiss. Wie aus Berichten von unabhängigen Organisationen hervorgeht, besuchen viele Kinder nach der Abschiebung in den Kosovo keine Schule mehr. Außerdem beherrschen sie
die Herkunftssprache der Eltern nur mangelhaft. Des Weiteren verweisen wir auf den Bericht der UNHCR vom 9. November 2009: "Amtliche Lehrpläne in serbischer Sprache und in Romani müssen für den Kosovo noch entwickelt werden. Im Allgemeinen erfolgt der Zugang zur Bildung für Kosovo-Serben und Kosovo-Roma noch immer über das parallele System in
gesonderten Schulen, in denen serbische Lehrpläne und Lehrbücher benutzt werden. In einigen serbischen Parallelschulen des Kosovo wurden Klassen gebildet, in denen Romani gesprochen wird. Die fehlenden Bildungsangebote in serbischer Sprache und in Romani sind zusammen mit dem Problem der Armut und der fehlenden Freizügigkeit dafür verantwortlich, dass ein hoher Prozentsatz dieser Gemeinschaften vorzeitig die Schule abbricht."

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Bündnis 90/Die Grünen Thüringen.

Bookmark and Share



Die beliebtesten Artikel des Tages



Kommentare zu diesem Artikel

Schreiben Sie den ersten Kommentar!