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Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland Pfalz
Moselumbau für 5,5 Millionen Euro - Fischaufstieg und Besucherzentrum - Heute Spatenstich in Koblenz
14.04.2010 / 15:08. Der Fischpass an der Moselstaustufe Koblenz wird umfassend umgebaut. Dies ist die erste von zehn Baumaßnahmen an den Staustufen des Flusses. Umweltministerin Margit Conrad nahm heute den ersten Spatenstich für die neue Fischtreppe an der Moselstufe Koblenz vor. "Die Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit des Fischweges ist gerade jetzt, im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010, eine richtungsweisende Maßnahme für die Artenvielfalt in unseren Gewässern", stellte Umweltministerin Conrad fest. "Die Mosel ist nicht nur eine unserer bedeutendsten Wasserstraßen, sie liefert auch Strom an den Staustufen. Vor allem ist sie ein Fischaufstieg für viele Arten." Sie dankte insbesondere auch für die Kooperation der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung damit zukünftig die Wanderungen der Tiere stattfinden können. Damit der Fischaufstieg von den Fischen aufgefunden werden kann, muss am unterwasserseitigen Einstieg eigens eine Lockströmung erzeugt werden. Grundlage ist eine vor einem Jahr geschlossene Vereinbarung zwischen der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest (WSD) des Bundes und dem Land Rheinland-Pfalz zur Planung, Errichtung und dauerhaften Unterhaltung der notwendigen Fischwechselanlagen an den 10 Staustufen Koblenz, Lehmen, Müden, Fankel, St. Aldegund, Enkirch, Zeltingen, Wintrich, Detzem und Trier. Ziel ist die Wiederherstellung der Fischdurchgängigkeit der Mosel von der Mündung bis zur Staustufe oberhalb Trier. Der Bund stellt für die Kompensation der Eingriffe, die mit dem Bau der zweiten Schleusen entstehen, Mittel zur Verfügung - diese erhält das Land für den Bau von Fischwechselanlagen. Ihr Bau beginnt von der Mündung bei Koblenz und weiter stromaufwärts. Die Baukosten für die Gesamtmaßnahme an der Moselstaustufe Koblenz betragen rund 5,5 Millionen Euro. Dazu gehören auch ein Besucherzentrum für rund 700.000 Euro und Anlagen zum Fischmonitoring für rund 200.000 Euro. Die Bauarbeiten sollen zur Bundesgartenschau 2011 fertig gestellt sein. Das neue Besucher- und Informationszentrum gibt auf mehreren Ebenen Einblicke in die Funktion der Fischwechselanlage und die in der Mosel lebenden Fischarten und informiert umfassend über die vielfältigen Aspekte des Lebensraums Wasser an der Mosel. "Besucher jeden Alters sollen mit modernen Kommunikationsmitteln für den Fluss und seine Lebewesen begeistert werden", sagte Conrad. "Hier entsteht ein touristischer Anziehungspunkt, der auch seinen Reiz während der Bundesgartenschau hat." Das Gebäude wird nach der Richtlinie" Energieeffizientes Bauen und Sanieren" erbaut, sodass sein Betrieb nahezu energieautark erfolgen wird.Vorbereitende Maßnahmen wie der Einbau von zwei großen Vakuumpumpen im RWE-Kraftwerk als Ersatz für einen wegfallenden Entlüfterschacht des Kraftwerkes haben bereits stattgefunden. Prof. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Geschäftsführung von RWE Innogy: "Wir brauchen die Wasserkraft und deren Ausbau, um unsere Klimaschutzziele zu erreichen. Dies muss im Einklang mit dem Schutz der Natur erfolgen. Der Neubau des Fischaufstiegs hier in Koblenz ist ein sehr gutes Beispiel für die gelungene Abwägung zwischen der Wasserkraft und dem Naturschutz." Die gesamte installierte Stromerzeugungskapazität für Wasserkraft beträgt in Rheinland-Pfalz 240 Megawatt, davon entfallen auf die Mosel 180 Megawatt. Die aus mehreren Betonbecken aufgebaute Fischtreppe an der Moselstufe Koblenz soll das Ober- und Unterwasser an der Moselstaustufe künftig so miteinander verbinden, dass Fische und andere Wasserlebewesen die Staustufe wieder gefahrlos passieren können. Der Neubau der Fischtreppe wurde notwendig, weil die bisher genutzten, circa 50 Jahre alten Fischpässe nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. So ist beispielsweise der Fischaufstieg der Langdistanzwanderfische aus dem Rhein nicht gewährleistet. Mittels der neuen Fischtreppe - und den noch folgenden Anlagen an den weiteren 9 Staustufen der Mosel - können von den Fischen Laichplätze und Aufwuchshabitate in den Oberläufen und Seitengewässern wieder erreicht werden, die durch häufig unüberwindbare Querbauwerke verstellt sind.
Für den Bau der Fischtreppe sind erhebliche Erdarbeiten erforderlich mit Baugrubentiefen von über 10 Metern und einer entsprechenden Absicherung mittels Spundwänden gegen Hochwasser. Die Fallhöhe zwischen dem Ober- und Unterwasser an der Staustufe beträgt rund 6,50 Meter, in den einzelnen Becken wird eine Höhendifferenz von je 15 Zentimetern abgebaut.
Die Funktionalität der Anlage wird ständig überwacht. Auch besteht die Möglichkeit, Fische gezielt zum Monitoring oder zur künstlichen Vermehrung zu entnehmen. Um die Arbeiten zur Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit der Mosel an den übrigen Staustufen zügig fortführen zu können, ist beabsichtigt, noch in diesem Jahr mit den Planungen für die nächste moselaufwärts gelegene Staustufe in Lehmen zu beginnen.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland Pfalz.

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