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DFG-VK Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V.

Monty Schädel: "Für uns sind sie nicht gefallen!"

09.04.2010 / 12:52. Zu der inszenierten "breiten Trauer" um die am vergangenen Freitag in
Afghanistan gefallenen Söldner der Bundeswehr erklärt der Bundessprecher
der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
(DFG-VK) Monty Schädel: "Für uns sind sie nicht gefallen!".

Die öffentliche Trauerfeier mit Bundeskanzlerin Merkel und

Kriegsminister Freiherr zu Guttenberg empfindet Schädel als "abscheulich
und menschenverachtend". "Während deutsche Parlamentarier unter Beifall
anderer Fraktionen des Parlamentes verwiesen werden, wenn sie der
afghanischen Opfer des Bundeswehrhandelns gedenken, während es der
Bundestag und die Bundesregierung bis heute nicht fertiggebracht haben,
sich bei den Opfern und Hinterbliebenen des Massakers von Kundus und
anderer 'Zwischenfälle' zu entschuldigen, ganz zu schweigen von einer
öffentlichen Trauerfeier, während um die Entschädigung für die Opfer des
Bundeswehrhandelns in Afghanistan monatelang gefeilscht wird, wird der
Tod von drei DEUTSCHEN in einem Krieg mit Zehntausenden Toten als
besonderes öffentliches Ereignis begangen." Schädel erinnert daran, dass
jedes Mitglied des Bundestages, das den Kriegsbeteiligungen zugestimmt
hat, auch mit für Tote, die diese Entscheidung zur Folge haben können,
direkt verantwortlich ist: Für tote deutsche Soldaten, aber auch und vor
allem Tote unter der afghanischen Bevölkerung!

Mit der Verschiebung der Trauer aus dem privaten in den öffentlichen
Raum, wird der Tod der Soldaten zu einem Politikum. Die Verwandten der
Gefallenen müssen sich deshalb fragen lassen, inwieweit sie den Tod
ihrer Angehörigen für politische Zwecke missbrauchen lassen. Seit Jahren
spricht sich eine deutliche Mehrheit der Bürger der Bundesrepublik gegen
den Krieg in Afghanistan und die deutsche Beteiligung daran aus. Jetzt
den Eindruck vermitteln zu wollen, dass die Bundeswehr-Soldaten für
diese breite Mehrheit im Krieg stehen und auch für sie fallen würde,
verdreht die Realität.

Schädel betont: "Natürlich kann auch ich das Leid von Angehörigen über
den Tod ihrer Familienmitglieder und Freunde nachvollziehen, doch die
Inszenierung der Trauerfeier als Heldenverehrung unter der Aussage, sie
seien für Deutschland, die Freiheit oder die Demokratie gefallen, ist
reine Kriegspropaganda." Aus dem Tod von Menschen soll so noch Kapital
geschlagen und Akzeptanz für die Fortsetzung des Krieges erlangt werden.
Frei nach dem Motto: Jetzt erst recht, damit ihr Tod nicht umsonst war!
Schädel: "Dieser Logik widerspreche ich entschieden! Der Krieg ist ein
Verbrechen, und auch durch den Tod wird er nicht gerecht! Das
öffentliche Zelebrieren der Trauer über gefallene Soldaten ist
Kriegspropaganda."

Die DFG-VK und viele Menschen in der Bundesrepublik fordern: Beendet
diesen Krieg und zieht die Besatzungstruppen ab!

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: DFG-VK Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V..

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