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Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Mainzer Mediziner warnen vor Fluglärmzunahme
27.04.2010 / 10:05. Mehr Anstrengungen um Fluglärm zu reduzieren - das fordern Mediziner der Universitätsmedizin Mainz und des Katholischen Klinikums Mainz zum Schutz von Patienten und Anwohnern. Anlässlich des diesjährigen "Tag gegen Lärm" am Mittwoch, 28. April, richten sich die Mainzer Mediziner mit einem Offenen Brief an die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Hessen. Darin stellen sie die Forderung, das Gelände der Universitätsmedizin Mainz und des Katholischen Klinikums nicht mehr zu überfliegen, da die dadurch verursachte Lärmbelästigung erheblich ist und diese die Heilungsprozesse gerade auch von Schwerstkranken und Kindern negativ beeinflussen kann. Die Unterzeichner des Offenen Briefs appellieren, zusätzlich zu den wirtschaftlichen insbesondere auch die gesundheitlichen Aspekte beim Ausbau des Frankfurter Flughafens zu berücksichtigen.Neben dem Überflug-Stopp gehört die Einführung eines kompletten Nachtflugverbotes von 22 bis 6 Uhr deswegen ebenso zu ihren Forderungen, wie ein Stopp des Plans der Bundesregierung, den Paragraph 29 b Luftverkehrsgesetz zu ändern, der aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein Nachtflugverbot außer Kraft setzen kann. Die Mainzer Mediziner setzen sich stattdessen für den aktiven Schallschutz ein. Sie fordern eine Gesetzesinitiative, die schonende An- und Abflugverfahren über die betroffenen Kliniken ermöglichen soll. Wichtig ist es den Medizinern auch, dass die bereits bestehenden technischen Möglichkeiten maximal genutzt werden, um die Lärmbelastungen zu reduzieren.
Fluglärm erweist sich zunehmend als Stressfaktor und damit als gesundheitliches Risiko. Durch die neue Landebahn des Frankfurter Flughafens und den daraus resultierenden bis zu 250.000 zusätzlichen Flugbewegungen pro Jahr wird die ohnehin hohe Lärmbelastung der Menschen im Rhein-Main-Gebiet weiter steigen. Über dem Gelände der Universitätsmedizin und des Katholischen Klinikums Mainz wird der Lärm bei Ostwind um 5 bis zu 15 Dezibel (dBA) zunehmen. Zudem wird auch bei Westwind eine Lärmentwicklung vorhergesagt.
Die Unterzeichner des Offenen Briefes möchten neben den ökonomischen auch und vor allem die gesundheitlichen Aspekte des Flughafenausbaus berücksichtigt wissen. Die Notwendigkeit des Ausbaus und die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens bestreiten sie nicht, doch fordern sie dringend eine stärkere Beachtung und aktive Umsetzung des Lärmschutzes. Ohne erhebliche begleitende Anstrengung zur Lärmreduzierung sind die aktuellen Pläne und Entwicklungen nach Meinung der Mainzer Mediziner nicht akzeptabel.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

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