Um Ihnen künftig einen noch besseren Service anbieten zu können, konzentriern wir uns derzeit auf eine größere Umstrukturierung. Freuen Sie sich auf ein frisches Layout, mehr Nachrichten und mehr Möglichkeiten zum Mitmachen ab 2011!

Thüringer Staatskanzlei

Lieberknecht: Wir dürfen die Opfer der SED-Diktatur nie vergessen

16.06.2010 / 14:23. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 erinnert. „Der 17. Juni 1953 ist ein wichtiges Datum in der deutschen Geschichte. Damals erhoben sich die Menschen in Thüringen wie in der gesamten DDR gegen das SED-Regime und forderten Freiheit und die Einhaltung demokratischer Grundrechte. Viele Demonstranten haben ihren Mut und ihren Freiheitswillen mit dem Leben bezahlt oder wurden kriminalisiert und über Jahre in Zuchthäuser gesperrt. Wir dürfen diese Opfer der

SED-Diktatur nie vergessen und müssen die Erinnerung an sie wach halten“, sagte Lieberknecht.

„Die Streikenden und Demonstrierenden vom 17. Juni 1953 waren die Vorboten der Freiheit“, sagte die Ministerpräsidentin weiter. „Ihr Mut und ihre Entschlossenheit gegen ein stalinistisches Regime zu kämpfen, gaben uns im Herbst 1989 die Kraft, auf die Straße zu gehen. Mit Kerzen und Gebeten und dem Ruf ‚Wir sind das Volk’ haben wir einer Diktatur und einem Unrechtsstaat die Stirn geboten. Mit dem Sieg der friedlichen Revolution und mit der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes wurde das Vermächtnis der Opfer des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 erfüllt“, erklärte Lieberknecht.

Die Ministerpräsidentin verwies darauf, dass Freiheit und Demokratie heute in Thüringen etabliert sind, aber noch immer gegen Extremisten jeglicher Couleur verteidigt werden müssen. Die Lehre aus der Geschichte zeige, dass alles getan werden muss, um extremistischen Bestrebungen frühzeitig entgegen zu treten. „Diese wichtigen Themen - Engagement für Demokratie und der Einsatz gegen extremistische Bestrebungen - müssen Jugendlichen noch näher gebracht werden. Nur so kann die Auseinandersetzung mit der Geschichte zur Demokratieerziehung führen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Nach den Worten der Ministerpräsidentin beginne Demokratieerziehung im Unterricht und setze sich in Gedenkstätten oder an Schauplätzen historischer Ereignisse fort. Besonders jungen Menschen müsse Geschichte so lebendig vermittelt werden, dass daraus ihre Bereitschaft erwächst, die Werte unseres demokratischen Rechtstaats nicht nur zu achten, sondern zu verteidigen.

Hintergrund: Am 17. Juni 1953 beteiligten sich in Thüringen in über 38 Betrieben ca. 42.000 Beschäftigte an Streiks und mehr als 60.000 Menschen nahmen an Demonstrationen teil. Am 18. Juni wurden noch 17 Betriebe bestreikt. Über 10.000 Arbeiter beteiligten sich an diesen Aktionen. Streiks und Demonstrationen fanden u.a. in Erfurt, Weimar, Nordhausen, Sömmerda, Sondershausen, Heiligenstadt, Mühlhausen, Gotha und Waltershausen statt. In Gera und Jena wurden Gefangene befreit. In der damaligen Bezirksstadt Gera wurde die Stasiuntersuchungshaftanstalt "Amthordurchgang" gestürmt.

Während des Volksaufstandes vom 17. Juni kamen vier Menschen in Thüringen ums Leben. Zur Einführung einer Ehrenpension für SED-Opfer hatte Thüringen bereits in der dritten Legislaturperiode des Thüringer Landtages gemeinsam mit anderen jungen Ländern eine Bundesratsinitiative unternommen, die zum Erfolg führte. Thüringen war stets gegen die in das Gesetz aufgenommene „Bedürftigkeitsprüfung“ und wird sich in dieser Legislaturperiode für die Abschaffung einsetzen.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Thüringer Staatskanzlei.

Bookmark and Share



Die beliebtesten Artikel des Tages



Kommentare zu diesem Artikel

Schreiben Sie den ersten Kommentar!