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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Landesbibliothek M-V ehrt einstigen Landesrabbiner

26.05.2010 / 15:38. Vor genau 150 Jahren begann Dr. Samuel Holdheim seine Tätigkeit als *Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Landesrabbiner* in Schwerin. Während seiner sieben Jahre in der mecklenburgischen Residenz (1840-1847) schrieb Holdheim Epoche machende Werke, wurde eine der führenden Persönlichkeiten des liberalen Judentums und gehört damit zu den bedeutenden Autoren unseres Landes.


Samuel Holdheim kämpfte für die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Juden ebenso wie für einschneidende Reformen innerhalb des Judentums - für ihn zwei Seiten ein und derselben Medaille. Konsequent setzte er sich für die Gleichstellung der Frau sowohl in der Synagoge als auch in der Ehe ein, und seine zentrale Position, das Judentum als Religion und nicht als ethnische Gemeinschaft zu bestimmen, wird bis heute heftig diskutiert.

Am 27. Mai wird auf Beschluss der Schweriner Stadtvertretung ein Straßenabschnitt nahe der neuen Synagoge in Landesrabbiner-Holdheim-Straße benannt. Als Gast hat u. a. Frau Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, ihre Teilnahme angekündigt. Parallel dazu öffnet in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern um 15 Uhr eine Ausstellung mit dem Titel *Der Kampf bis zum Anbruch der Morgenröte. Samuel Holdheim. Radikaler Reformer und Mecklenburg-Schwerinscher Landesrabbiner*.

Gezeigt werden in der Landesbibliothek Originalausgaben jener Werke, die Holdheims Bedeutung ausmachen. Dass dies möglich ist, bleibt umsichtigen Bibliothekaren zu danken. Als während der Nazidiktatur die Schriften jüdischer Autoren eliminiert werden sollten, ließ die Landesbibliothek diese Bestände zwischen ihren hunderttausenden übrigen Büchern verschwinden, so dass sie gerettet werden konnten. Heute gereichen die seltenen Drucke Schwerin zur Ehre und ermöglichen im Jahr des 850jährigen Stadtjubiläums, dass einer ihrer namhaften Bürger in das öffentliche Bewusstsein zurückkehrt.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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