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Evangelische Landeskirche in Baden
Internationaler Missionsrat des Evangelischen Missionswerkes tagt in Bad Herrenalb
10.06.2010 / 16:19. Vom 9. bis 12. Juni 2010 tagt der internationale Missionsrat des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutschland (EMS) mit 36 Vertreterinnen und Vertretern aus 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften aus 10 Ländern Europas, Afrikas und Asiens.Im Haus der Kirche in Bad Herrenalb will das EMS zukunftsorientierte Wege der Mission beschreiten und neue Strukturen und Schwerpunkte für die nächsten Jahre festlegen. Die Leiterin der Abteilung Mission und Ökumene in der Evangelischen Landeskirche in Baden, Kirchenrätin Susanne Labsch, begrüßte Gäste aus „aller Welt“. In der Kapelle beeindruckte Labsch die EMS-Gemeinschaft anhand der Glasbilder und Kunstobjekte, die sie in Verbindung mit der Geschichte der Tagungsstätte, des Ortes mit seinem Kloster und der Landeskirche brachte. Der Bischof der südindischen Kirche Vasantha Kumar rief in seiner Predigt dazu auf, nicht immer nur an Sparen zu denken, sondern an das Teilen: „Das Herzstück von Mission ist und bleibt das Teilen. Hätte Jesus nur die Kosten für die Speisung der 5.000 vor Augen gehabt, hätte sie womöglich gar nicht stattgefunden“, so Kumar.
Die Leitungskonferenz steht unter dem Thema des EMS-Mehrjahresprogramms Fokus 2009–2012: „Rechenschaft geben von unserer Hoffnung – Christliches Zeugnis in einer pluralistischen Welt“. Insgesamt fünf weltweit vernetzte Fokus-Aktivitäten ermöglichen den Kirchen der EMS-Gemeinschaft, gemeinsam unterschiedliche Aspekte ihres jeweiligen „Christlichen Zeugnisses in einer pluralistischen Welt“ zu bearbeiten, darunter ein gemeinsames Bibelleseprojekt über drei Kontinente und die Vernetzung theologischer Ausbildungsinstitute. Hier zog der Generalsekretär Bernhard Dinkelacker ein gutes Resümee. Es habe eine Vernetzung, mit den Augen der anderen die Bibel zu lesen stattgefunden, die sich über drei Kontinente in unerwarteter Breite erstreckte. Deutliche Worte fand er hingegen zu den Friedensprozessen in Korea und Gaza. Im Blick auf die Gazablockade forderte Dinkelacker vehement eine Auflösung, diese treffe nur die Not leidende Bevölkerung. Ein großer Erfolg sei hingegen das Jubiläum der Schneller-Schulen in Jordanien gewesen. Das koedukative Schulkonzept sei beispielhaft für den Nahen Osten.
Die Evangelische Landeskirche in Baden holte die Tagung bewusst nach Baden, um im Melanchthonjubiläumsjahr zum 450. Todestag des „Lehrers Deutschlands“ den Schwerpunkt Bildung und Glauben weit über die Grenzen der Landeskirche zu tragen. „Wir sind zum Gespräch geboren“, war eines der Leitworte des „badischen Reformators“ und so sieht sich die Landeskirche auch als verlässlicher Partner für die Kirchen und Missionsgesellschaften des EMS. Gemeinsam sollen die Prioritäten für die nächsten Jahres erörtert und durchgeführt werden: Die einzelnen Länderreferate des EMS müssen weiterhin gemeinsam getragen werden, um sprachliche Kompetenzen zu erhalten und den vielfältigen Austausch zu koordinieren. Die Freiwilligenprogramme müssen ausgebaut, gestärkt und gefördert werden, damit verlässlich die jungen Menschen die Einsätze in den Partnerländern antreten können. Die theologische Aus- Fort- und Weiterbildung sowohl in den fünf Landeskirchen, wie auch in den Partnerkirchen muss gezielt gefördert und auf eine breitere Basis gestellt werden. Den Vertretern der Evangelischen Landeskirche in Baden ist es wichtig, dass ein Austausch in der Ausbildung auch mit anderen Disziplinen stattfindet. Die Landeskirche lädt die EMS-Delegierten am Freitag 11. Juni zum Besuch des Melanchthon-Hauses in Bretten ein. Dazu Susanne Labsch: „Als badische Gastgeber möchten wir den internationalen Gästen aus der EMS-Gemeinschaft das nachhaltige Wirken des Bildungsreformators und ökumenischen Brückenbauers Melanchthon lebendig vor Augen führen.“
Im Vorfeld bot die Evangelische Landeskirche in Baden die Missionsratsmitglieder eine Konsultation zu theologischer Aus-, Fort- und Weiterbildung an, bei der unter anderem die Ökumenischen Mitarbeitenden aus Indonesien und Südafrika ihre Erfahrungen zur Diskussion stellen. Über die Hälfte der Delegierten nahmen die Einladung an und diskutierten mit den Bildungsreferenten der Landeskirche über Ausbildungskonzepte von haupt- und ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeitern. Ein gemeinsames Lehren und Ausbilden wird für die Zukunft in einem Austausch geplant.
Kirche vor Ort und weltweit am Runden Tisch – das EMS verbindet Menschen und Kulturen. Zehn Kirchen und Missionsgesellschaften in Europa und 17 Partnerkirchen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten unterhalten gewachsene und langfristige Partnerschaften. (rpr)
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Evangelische Landeskirche in Baden.

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