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DKSB Deutscher Kinderschutzbund e.V., LV Bayern
Integrationsprojekte des DKSB Bayern - Handeln statt provozieren
20.09.2010 / 13:23. Die Diskussion um die mangelnde Integrationsbereitschaft von Ausländern kocht derzeit – aufgrund der provokanten Thesen von Thilo Sarrazin – hoch. „Wir begrüßen die momentane Auseinandersetzung mit dem Thema Integration, da dringender Handlungsbedarf besteht“, betont Ekkehard Mutschler, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Landesverband Bayern e.V. „Allerdings sollten wir sachlich und fair diskutieren. Eine Debatte über Vererbungslehre bringt uns dabei keinen Schritt weiter.“ Jeder zehnte Ausländer will sich, so Innenminister de Maizičre, in Deutschland nicht integrieren. Laut Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung hat der Freistaat Bayern mit 8,6 Prozent unter den Flächenländern Deutschlands den vierthöchsten Ausländeranteil. „Wir müssen handeln und die Migrantinnen und Migranten da abholen, wo sie stehen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Kindern und ihren Familien“, bemerkt Mutschler weiter. Die Landesregierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und investiert in zahlreiche integrationsfördernde Maßnahmen – wie zum Beispiel in die muttersprachigen Elternkurse Starke Eltern – Starke Kinder® des bayerischen DKSB. In diesen interkulturellen Elternkursen, die es in Bayern in türkischer und russischer Muttersprache gibt, erhalten Mütter und Väter Hilfe zur Selbsthilfe für interkulturelle und erzieherische Kompetenzen, um sich in Deutschland, mit seinem Bildungssystem und seiner Kultur orientieren zu können – zum Wohle ihrer Kinder. „Viele Eltern fühlen sich nach dem Kurs so motiviert, dass sie sich zu einem Deutschkurs entschließen. Neben Sprache ist Erziehung der wichtigste Schlüssel zu Gleichberechtigung und Teilhabe in unserer Gesellschaft“, betont Maria Boge-Diecker, Geschäftsführerin der Landesgeschäftsstelle. Wissenschaftliche Studien der Fachhochschule Nürnberg haben bewiesen, dass die muttersprachigen Kurse Starke Eltern – Starke Kinder® die Integration in die deutsche Gesellschaft nachhaltig verstärken. Bisher haben allein in Bayern 730 Eltern die muttersprachigen Elternkurse besucht – indirekt wurden somit rund 1450 Kinder erreicht.Nicht nur mit den Elternkursen, sondern inzwischen in fast allen Bereichen des Kinderschutzalltags nimmt der Verband junge Menschen und Familien mit Migrationshintergrund bewusster und deutlicher wahr. Auch mit seinen Sportprojekten „Vereint in Bewegung“ (www.vereint-in-bewegung.de) und „Gemeinsam sind wir stark®“ (www.gemeinsamstark-bayern.de
) verfolgt der DKSB das Ziel, die soziale Integration von unseren ausländischen Mitbürgern zu fördern. Das Vernetzungsprojekt „Vereint in Bewegung“ fügt bereits bestehende integrative und präventive Projekte aus Sport- und Sozialbereich auf neue Art zusammen. In einigen Modellstandorten entwickelten sich erste sehr erfolgreiche Gemeinschaftsprojekte: In Augsburg ermöglichte beispielsweise die Vernetzung von unterschiedlichen Migrantenorganisationen ein wöchentliches „muslimisches Frauenschwimmen“ im städtischen Schwimmbad – wobei das Angebot von Mädchen und Frauen aus allen Kulturkreisen genutzt werden darf und wird. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres haben bereits über 1200 Frauen mit ihren Kindern dieses Angebot wahrgenommen. Aufgrund der großen Nachfrage werden derzeit vor Ort ein muslimisches Turnangebot und mehrere Deutschkurse organisiert.
„Vereint in Bewegung“ unterstützt die Verbreitung des erfolgreichen Projektes „Gemeinsam sind wir stark®“. Das vierstündige Schulungsangebot richtet sich an ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer von Kinder- und Jugendmannschaften. Es soll ihnen helfen in Konfliktsituationen souverän zu reagieren und ein friedliches Miteinander innerhalb ihrer Mannschaft zu fördern. Auch das Thema Integration wird behandelt: „Was mache ich bei ausländerfeindlichen Parolen am Spielfeldrand?“, „Wie gehe ich mit multikulturellen Mannschaften um?“ oder „Welche Eingliederungsarbeit kann ich persönlich leisten? – nur um einige Fragen zu nennen, die die Jugendtrainerinnen und –trainer mit in die Schulung bringen. Vereine sind häufig Schmelztiegel verschiedenster Nationalitäten und müssen sich zwangsläufig mit dem Thema auseinandersetzen.
Ekkehard Mutschler bekräftigt: „Integration ist ein vielschichtiger Prozess. Damit er gelingt, müssen wir alle – Zuwanderer und Einheimische – an einem Strang ziehen und viele kleine und große Schritte aufeinander zugehen“.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: DKSB Deutscher Kinderschutzbund e.V., LV Bayern.

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