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Staatsministerium Baden-Württemberg

Imame im Land ausbilden

30.03.2010 / 13:22. "Die Verankerung Islamischer Studien an einer staatlichen Universität ist ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Integration von Muslimen, sie schützt vor Extremismus und fördert den Dialog unter den Religionen. Deshalb unterstützen wir entsprechende Bestrebungen der Landesuniversitäten", erklärten Stefan Mappus und Prof. Dr. Peter Frankenberg im Anschluss an die Kabinettssitzung heute (30. März 2010) in St. Blasien.


"Über entsprechende Konzepte der Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen, an denen auch Fakultäten für evangelische und katholische Theologie bestehen, soll noch in diesem Jahr entschieden werden. Voraussetzung ist unter anderem die Bildung eines 'Rates für Islamische Studien' als Kooperationspartner", so Mappus und Frankenberg weiter.

In erster Linie gehe es darum, die Möglichkeit einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung von Theologen, Religionslehrern und Imamen zu schaffen, für die sich verschiedene Tätigkeitsfelder in Moscheen und in der sozialen Arbeit in muslimischen Gemeinden eröffneten. Auch Lehrkräfte für einen islamischen Religionsunterricht an Gymnasien könnten an einem Fachbereich für Islamische Studien ausgebildet werden.

Rat für Islamische Studien als Kooperationspartner erforderlich

"Damit Islamische Studien an einer staatlichen Universität etabliert werden können, ist - wie bei den christlichen Theologien - ein Kooperationspartner erforderlich, der die Religionsgemeinschaft repräsentiert", betonten Mappus und Frankenberg. Um die notwendige Legitimation der neuen universitären Ausbildung sicherzustellen, sollen sich Persönlichkeiten aus muslimischen Gemeinden und Verbänden sowie Religionsgelehrte in einem "Rat für Islamische Studien" zusammenschließen und mit der Universität eine belastbare Vereinbarung über das weitere Zusammenwirken in Bezug auf einen Fachbereich für Islamische Studien treffen.
Gespräche zwischen Universitäten und Vertretern muslimischer Gemeinden

Wissenschaftsminister Frankenberg sagte, die Universitäten führten bereits Gespräche mit Vertretern muslimischer Gemeinden und Religionsgelehrten, aber auch mit Repräsentanten Islamischer Verbände. Es gehe darum, gemeinsam die Chancen und Bedingungen für die Bildung eines "Rates für Islamische Studien" zu sondieren. "Ziel der Landesregierung ist, noch in diesem Jahr über die Einrichtung eines Fachbereiches zu beschließen, sofern es gelingt, dass sich dieser Beirat konstituieren kann."

Ressourcenfragen werden geprüft

Dem Beschluss des Ministerrats zufolge wird das Wissenschaftsministerium klären, welche zusätzlichen Ressourcen für den Aufbau eines Fachbereichs für Islamische Studien erforderlich sind. "Gegebenenfalls wollen wir die Kosten, soweit das möglich ist, aus dem Ausbauprogramm 'Hochschule 2012' decken", sagte Frankenberg. Der Bund habe Bereitschaft signalisiert, den Aufbau Islamischer Studien durch eine Anschubfinanzierung an einigen Standorten in Deutschland zu unterstützen.

Der Wissenschaftsrat hat am 29. Januar 2010 empfohlen, an zwei bis drei staatlichen Universitäten in Deutschland institutionell starke Einheiten für Islamische Studien aufzubauen, und zwar in Kooperation mit jeweils zu gründenden Beiräten als Kooperationspartner. Der Wissenschaftsrat geht von einem Bedarf von vier bis sechs Professoren je Einheit aus.

Internet: http://www.wissenschaftsrat.de/texte/9678-10.pdf

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Staatsministerium Baden-Württemberg.

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