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IHK Aschaffenburg

IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2010: Wirtschaft am bayerischen Untermain weiter gestärkt"

28.09.2010 / 10:06. Die Wirtschaft der Region hat sich nach einer starken Rezession unerwartet schnell erholt. Sie präsentiert sich weiterhin sichtbar positiv. Und auch in den kommenden Monaten werden kaum dunkle Wolken am Konjunkturhimmel erwartet, wie die aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aschaffenburg belegt. An der Herbstumfrage beteiligten sich 408 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Baugewerbe, Logistik, Tourismus, Handel und weitere Dienstleistungen. „Die wirtschaftliche Erholung setzt sich erfreulicherweise fort. Wie stabil diese ist und wie es um Risiken an den internationalen Finanzmärkten noch bestellt ist, muss sich zeigen. Nicht übersehen werden sollte die Schwäche bei einigen unserer wichtigsten Exportländer, und auch die Binnennachfrage wird die weitere wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Dommermuth die Umfrageergebnisse.


Die Auswirkungen des weltweiten Aufschwunges sind auch in der Wirtschaft am bayerischen Untermain deutlich zu spüren. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen beurteilt die momentane Lage als gut und nur noch jeder Zehnte als schlecht. Diese positive Grundstimmung ist vor allem den gestiegenen Exportgeschäften geschuldet, aber auch die verbesserte Binnennachfrage hat zur weiteren Erholung der Wirtschaft am bayerischen Untermain beigetragen. Bezüglich der zukünftigen Entwicklung äußern sich die Befragten ebenfalls optimistisch: Die Zahl der „besser“-Meldungen erreicht fast 40 Prozent, während die „schlechter“-Meldungen auf acht Prozent abgesunken sind. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt könnte sich in den kommenden Monaten weiter entspannen, da eine ganze Reihe der Befragungsteilnehmer Neueinstellungen plant. Diesen gut 20 Prozent stehen gerade einmal fünf Prozent gegenüber, die von einem Stellenabbau ausgehen.

So erfreulich die Entwicklung inzwischen geworden ist, darf man nicht glauben, unsere Wirtschaft durchliefe gerade ein zweites Wirtschaftswunder. Die insgesamt gute Stimmung auch in der Industrie am bayerischen Untermain kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Niveau vor der Krise bei weitem noch nicht wieder erreicht ist. Das Loch, in das viele Betriebe gefallen sind, war zu tief. Allerdings befindet sich die Industrie wieder auf einem guten Weg: Mehr als 90 Prozent sprechen von einer guten oder befriedigenden Lage. In überdurchschnittlichem Maße profitiert die Industrie vom neuerwachten lebhaften Exportgeschäft, aber auch die gestiegene Binnennachfrage hat zur guten Stimmung in der Industrie beigetragen. Da auch in den kommenden Monaten mit einem gleichbleibenden oder gar steigenden Auftragsvolumen gerechnet wird, fallen die Geschäftserwartungen dementsprechend positiv aus. Durchgängig wird eine konstante oder bessere Entwicklung erwartet; nur fünf Prozent halten eine Eintrübung für wahrscheinlich. Aufgrund dieser Einschätzungen finden sich auch entsprechende positive Orientierungen beim Mitarbeiterbedarf. Hier gewinnt der Aspekt Fachkräfte für die Zukunft neuen Stellenwert. Als Hemmnis werden etwaig steigende Energie- und Rohstoffpreise ins Kalkül fallen.

Der Dienstleistungssektor zeigt sich weiterhin stabil. Der weitaus überwiegende Teil sieht sich in einer befriedigenden oder gar guten Lage. Sowohl die Binnen- als auch die Auslandsnachfrage sind für verhaltenen Optimismus verantwortlich. Den Meldungen der Unternehmen zufolge wird sich an der Stimmung nur wenig ändern, der Großteil geht von einer sich verbessernden oder gleichbleibenden Geschäftslage aus. Jedes zweite Unternehmen rechnet in den kommenden Monaten mit einem Umsatzplus. Für die Beschäftigtensituation geht es allerdings nur wenig über die Erwartung hinaus, das Stammpersonal zu halten.

Die optimistischere Stimmung des Einzelhandels aus der Vorumfrage setzt sich fort. Insgesamt sprechen mehr als 80 Prozent der Einzelhandelsunternehmen von einer „guten“ oder „befriedigenden“ Lage. Die Umsätze sind bei einem Viertel gestiegen, wobei dieses Plus hauptsächlich im Ausland generiert wurde. Auch in den kommenden Monaten dürften sich am Konjunkturhimmel des Einzelhandels keine Änderungen ergeben: Nur ein Zehntel und damit die deutliche Minderheit der Befragten berichtet von negativen Geschäftserwartungen. Bezüglich der Verkaufspreise wird bei knapp einem Viertel mit Preiserhöhungen gerechnet, der Großteil sieht keine Preissteigerungen vor. Angesichts dieser Erwartungen sind auch bei der Beschäftigungsplanung keine Negativschlagzeilen zu erwarten, der Personalstand wird weitgehend stabil bleiben.

Der Großhandel ist aufgrund seiner starken Verflechtung mit der Industrie und dem Einzelhandel in großem Maße abhängig von der konjunkturellen Ausgangslage in diesen Sektoren. Die branchenübergreifende, wirtschaftliche Erholung wirkt sich somit auch begünstigend auf die aktuelle Stimmung in dieser Branche aus. Keiner der befragten Großhändler bezeichnet die aktuelle Lage als schlecht. Auch der Blick in die Zukunft fällt rosig aus. Aufgrund steigender Auslandsumsätze rechnen 40 Prozent mit einer sich verbessernden Geschäftslage. Nur knapp ein Zehntel geht von einer Verschlechterung der momentanen Situation aus. Auch beim Personaleinsatz sind keine negativen Trends zu erkennen. Der Großteil will sein Personal konstant halten, ein Zehntel plant zusätzliche Einstellungen.

Angesichts der optimistischen Stimmung in der Industrie befindet sich auch die Logistikbranche wieder im Aufwind: Fast jedes zweite Unternehmen sieht sich in einer guten Geschäftslage, und nur drei Prozent bewerten die Lage als „schlecht“. Von positiven Umsatzentwicklungen berichten aktuell 40 Prozent. Während zuvor noch etwa ein Viertel von einem Umsatzminus betroffen war, sind die Umsätze der Logistiker jetzt nur bei einem Siebtel gefallen. Aufgrund erwarteter Impulse aus dem In- und Ausland zeigt die Kurve der Geschäftserwartungen nach oben; kein einziges Unternehmen geht von einer Verschlechterung aus. Positive Vorzeichen sind auch in der Beschäftigungsplanung zu sehen. Ein Drittel fasst Neueinstellungen ins Auge.

Das Stimmungsbarometer im Baugewerbe hat sich im Vergleich zum Sommer deutlich nach oben bewegt. Jeder Zweite berichtet von einer guten Geschäftslage. Diese ist vor allem einem gestiegenen Auftragsvolumen im Wirtschafts- und öffentlichen Bau zuzuschreiben. Die erhofften positiven Impulse der Konjunkturprogramme sind somit bei den Unternehmen am bayerischen Untermain angekommen. Die Branche schätzt ihre Perspektiven für die kommenden Monate ähnlich positiv ein; ein Drittel rechnet mit einer sich verbessernden Geschäftslage. Nach Ansicht des Baugewerbes werden in den kommenden Monaten weitere Aufträge im Wirtschaftsbau eingehen. Der Personalbestand dürfte sich nur leicht verändern, in 85 Prozent der Betriebe soll die Beschäftigtenzahl stabil bleiben.

Nach einem Tief im Frühjahr dieses Jahres herrscht im Gastgewerbe wieder Optimismus. Jedes dritte Unternehmen berichtet von einer guten Geschäftslage aufgrund einer gestiegenen Auslastung. Allerdings verweisen drei Viertel auf gestiegene Gesamtkosten im Personal- und Energiebereich. Optimistisch äußern sich die Gastronomen bei der Beurteilung der Aussichten für die kommenden Monate - hier spiegelt sich die allgemein erwartete konjunkturelle Entwicklung wider. So rechnet der Großteil mit einer sich verbessernden oder gleichbleibenden Saison. Die Verzehr- und Übernachtungspreise dürften bei drei Viertel konstant bleiben, die Übrigen gehen von einer Preiserhöhung aus. Es werden größtenteils keine Veränderungen im Personalumfang vorgenommen, ein Viertel plant Neueinstellungen.

Die Situation im Reisegewerbe hat sich im Vergleich zur Vorumfrage ebenfalls verbessert. Laut der Unternehmensmeldungen ist bei einem Drittel die Anzahl der gebuchten Reisen gestiegen. Ähnlich wie das Gastgewerbe klagt aber auch hier der Großteil über gestiegene Kosten im Personal- und Energiebereich. Hinsichtlich der Erwartungen für den Verlauf der Geschäfte in den kommenden Monaten zeigt sich das Reisegewerbe optimistisch; nur acht Prozent erwarten eine sich verschlechternde Geschäftslage. Die Verkaufspreise bleiben trotz Flugticketsteuer und erwarteter steigender Kosten größtenteils konstant, bei 16 Prozent werden die Preise aber steigen. Mehrheitlich will das Reisegewerbe seine Belegschaft konstant halten, ein Viertel rechnet mit einem Abbau von Arbeitsplätzen.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: IHK Aschaffenburg.

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