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Hessischer Heilbäder-Verband e.V.
Hessens Heilbäder setzen auf Grün
27.09.2010 / 16:12. Hessens Heilbäder setzen voll auf Grün. Mit diesem klaren Bekenntnis zu ihren Kurparks ging am vergangenen Freitag die Mitgliederversammlung des Hessischen Heilbäderverbandes (HHV) in Bad Orb zu Ende. „Unsere Parkanlagen sind viel mehr als nur nett anzuschauendes Begleitgrün, sie sind essentielle Bestandteile unserer Kur- und Gesundheitskonzepte“, bringt Ronald Gundlach, Vorsitzender des HHV, das zentrale Thema der zweitägigen Veranstaltung, an der Delegierte aus 30 Heilbädern und Kurorten des Landes teilgenommen hatten, auf den Punkt.Wer einen Kurpark nur als willkürliche Ansammlung von Bäumen, Wiesen und Teichen wahrnehme, so Gundlach, der verkenne die hohe Funktionalität, die einer solchen Anlage innewohne. „Ob als Ort der Ruhe, als Ort des Durchatmens, oder auch als Treffpunkt der Generationen, Zentrum der Kommunikation und Veranstaltungsbühne – es sind gerade die Grünanlagen, die einer Stadt eine Seele geben, die ihr Leben einhauchen“, ergänzt Almut Boller, die Geschäftsführerin des Heilbäderverbandes. Kurparks prägten das Gesicht einer Stadt, seien identitätsstiftend. Boller: „Wo, wenn nicht bei einem sonntäglichen Spaziergang im Park, bekommt die Bevölkerung einen Eindruck davon, welche Vorteile es mit sich bringt, in einem Kurort zu wohnen.“
Diese Vorzüge, das war einhellige Meinung bei der Mitgliederversammlung des Hessischen Heilbäderverbandes, gelte es in naher Zukunft noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. „In Zeiten knapper Kassen wird schließlich auch immer häufiger die Frage nach Sinn und Zweck aufwendig gepflegter Grünanlagen gestellt“, so Ronald Gundlach. Eine legitime Frage, meint der HHV-Chef weiter, auf die die Delegierten spätestens nach dem zweitägigen Treffen im Spessart sehr gute Antworten parat haben.
Unter dem Stichwort „Aus der Praxis – Für die Praxis“ hatten sich die Teilnehmer bereits am Donnerstag der „Erlebniswelt Kurpark“ aus unterschiedlichen Richtungen genähert – begleitet und angeleitet durch Referenten aus unterschiedlichen Fachbereichen.
Den „Mythos Kur“ im Sinn – ein Leitmotiv mit dem der Hessische Heilbäderverband die Renaissance eines ganzheitlichen Verständnisses von Medizin, Wellness und Kultur umschreibt – nahm Hermann Groß seine Zuhörer mit auf einen Spaziergang durch die „Geschichte der Kurparks und Kuranlagen“. An ausgewählten Beispielen führte der Lokalhistoriker aus der Taunus-Kurstadt Königstein den Teilnehmern vor Augen, wie untrennbar die Entstehung der Parkanlagen mit der Geschichte und Genese der hiesigen Heilbäder und Kurorte verwurzelt ist.
Schon früh, so Groß, hätten die Väter des Kurgedankens die positiven Effekte der Natur auf den menschlichen Organismus erkannt und deshalb die bekanntesten Gartenbaumeister ihrer Zeit mit der Planung und Schaffung der Oasen beauftragt. Der in Bad Homburg von keinem Geringeren als Peter Joseph Lenné vor über 150 Jahren gestaltete Kurpark sei da ein überaus gutes Beispiel. Längst in den Rang eines Naturdenkmals hineingewachsen, stehe diese Parklandschaft heute exemplarisch für eine Vielzahl nachwachsender Schätze in Hessens Heilbädern.
Dass Kurparks bei allem Sinn für Nostalgie und Ästhetik auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Bedeutung für die Gesundheit verloren haben, unterstrich Dipl.-Ing. Bernd Waldvogel in seinem Beitrag.
An dem Landschaftsarchitekten aus Schwalbach im Taunus war es, den Delegierten in Bad Orb Wege aufzuzeigen, wie sich über gezielte Eingriffe eine Grünanlage so gestalten lässt, dass sie nicht nur schön anzusehen, sondern auch gesundheitsfördernd ist.
Die wertvollen Tipps und Anregungen des Fachmanns dürften vor allem bei den Versammlungs-Teilnehmern auf fruchtbaren Boden gefallen sein, die sich ganz aktuell mit der Neu- und Umgestaltung ihrer Kurparks beschäftigen.
Während Schlangenbad seine Grünanlage im Zuge des Stadtumbaus derzeit zeitgemäß umgestalten und Bad Soden-Salmünster einen Generationenpark einrichten möchte, hat man andernorts diesen Schritt in die grüne Zukunft bereits erfolgreich gewagt. In Bad-Sooden-Allendorf ist so zum alten noch ein neuer Kurpark hinzu-gekommen und in Bad Hersfeld ein Park der Jahreszeiten, in dem Frühling, Sommer, Herbst und Winter ihre eigenen Zimmer haben.
Ob sich solche Investitionen auszahlen? Auf diese Frage antwortet Constanze Zepperitz, Bad Schmiedeberg, mit einem eindeutigen „Ja“. Unter dem Stichwort, „Den Kurpark neu entdecken (und vermarkten)“ zeigte die die Vertreterin der IG Kurpark Möglichkeiten auf, Grünanlagen erfolgreich, weil Gewinn bringend in Tourismus-Konzepte einzubinden.
Dass der „Mythos Kur“ auch im 21. Jahrhundert als Wirtschaftsfaktor für eine Stadt, ja sogar für eine ganze Region von überaus realer Bedeutung ist, davon sind die Verantwortlichen des Hessischen Heilbäderverbandes mehr denn je überzeugt. Die Zeiten, in denen die Kur im Sog der Wellness-Welle belächelt worden sei, seien längst vorbei, betont Verbandschef Gundlach: „Unsere Heilbäder und Kurorte haben ihre Hausaufgaben gemacht, haben sich zu modernen Gesundheitszentren weiter entwickelt, die ihren Kunden maßgeschneiderte Angebote präsentieren.“
Entsprechende Signale, so Gundlach, habe er auch bei der Mitgliederversammlung erhalten. Bei der Aussprache über Entwicklung und Perspektiven der Heilbäder und Kurorte am Freitag habe er einige viel versprechende Ansätze erkennen können. Die Aktivitäten der Heilbäder und Kurorte, da ist auch HHV-Geschäftsführerin Almut Boller zuversichtlich, sind wichtig, denn Hessen soll auch weiterhin in Sachen „Gesundheit“ und „Erholung“ bundesweit Spitze bleiben. Schon jetzt aber, so Boller, lasse sich feststellen, dass man – bei allem notwendigen Bemühen um einen modernen Mix aus hoher medizinischer Kompetenz und zeitgemäßen Wellness-Angeboten, aus Erlebnis und Entspannung, Kultur und Natur - nicht die wertvollen Traditionen des deutschen Kurwesens über Bord werfen dürfe.
„Erfolgreich wird der sein, dem es gelingt, Trends der Gegenwart mit dem reichen Erbe der Kur so zu verknüpfen, dass sie sich gegenseitig befruchten und ergänzen“, unterstreicht die Geschäftsführerin: „Das ist es, was wir unter dem ‚Mythos Kur‘ verstehen.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Hessischer Heilbäder-Verband e.V..

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