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FDP Landesverband Hamburg

Hamburger gehen zu wenig ins Museum

04.06.2010 / 10:22. Die Hamburger Museen und ihre Zukunft waren gestern Abend im Altonaer Intercity-Hotel Thema einer Diskussionsveranstaltung. Dr. Anna Gosche, kulturpolitische Sprecherin der Hamburger FDP, moderierte ein Podiums- und Publikumsgespräch mit Thomas Delissen, in der Kulturbehörde zuständig für Museen, Theater und Musik sowie Dr. Schannett Riller, 2. Vorsitzende des Vereins für die Errichtung eines Hamburger Pressemuseums.


In letzter Minute abgesagt hatte Sabrina van der Ley, Leiterin der "Galerie der Gegenwart". Sie entschuldigte sich mit einer zeitgleich angesetzten Demonstration für ihr Haus und ließ einen Brief verlesen. Darin schilderte sie die Situation der "Galerie der Gegenwart", einem Haus der Hamburger Kunsthalle, wo aktuelle Ausstellungen nur bei Vollfinanzierung durch Sponsoren möglich seien und ein Ankaufsetat nicht bestehe.

Thomas Delissen wies Vorwürfe der Vernachlässigung zurück und berief sich auf das Gutachten einer unabhängigen Expertenkommission von Museumsfachleuten, das maßgeblich die Einschätzung der Kulturbehörde bestimme. Hauptgrund der Finanzmisere sei die mangelnde und in Deutschland weit unterdurchschnittliche Bereitschaft der Hamburger, ein Museum zu besuchen. Dagegen führte van der Ley in ihrem Brief aus, dass die Stadt zwar 450.000 Kunsthallenbesucher pro Jahr als Zielmarke ausgebe, die nötigen Voraussetzungen für Wechselausstellungen und Sonderprojekte aber nicht bereitstelle. Bei Museen ginge es nicht nur um Masse, sondern auch um Klasse.

Dr. Schannett Riller sieht trotz allgemeiner Finanzmisere gute Chancen für ihr Pressemuseum: " 3 Millionen Einrichtungskosten in bestehenden Räumlichkeiten der Speicherstadt bezahlt ein Medienkonzern aus der Portokasse, und 500.000 Euro Betriebskosten sind ebenfalls kein wirkliches Problem für ein gemeinsames Projekt großer Verlage!"

Beim Resümee räumte Thomas Delissen ein, dass es ein Patent für ein Erfolgsmuseum nicht gebe, die Bedingungen seien höchst unterschiedlich. Das kleine, private Beatlemania-Museum in St. Pauli laufe schlecht, während das Publikum klaglos 10-18 Euro für die Dungeon-Ausstellung zahle. Auch das museumsähnliche Planetarium, ein erfolgreicher Eigenbetrieb der Stadt, verfüge über hohe Ticketerlöse. Das interessante "Museum der Arbeit" leide unter seiner problematischen Lage in Barmbek. Die Kunsthalle habe dagegen nahezu optimale Voraussetzungen.

Die Frage nach zu starkem Behörden-Dirigismus und einer möglichen Gutsherren-Mentalität bei der Senatorin in Sachen Museumsförderung konterte Delissen mit einem Bekenntnis zur Autonomie der Museumsleiter. "Es gibt überhaupt keinen Grund, dem Kunsthallen-Chef Hubertus Gaßner reinzureden. Wenn es Probleme gibt, möchten wir nur, dass die Diskussion intern ausgetragen wird!"

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: FDP Landesverband Hamburg.

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