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Staatsministerium Baden-Württemberg

Geschäftsführer der Landesagentur e-mobil BW vorgestellt

30.03.2010 / 13:22. Ministerpräsident Stefan Mappus hat heute (30. März 2010) im Anschluss an die auswärtige Kabinettssitzung in St. Blasien den zukünftigen Geschäftsführer der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie e-mobil BW GmbH, Franz Loogen, vorgestellt. "Seine über Baden-Württemberg hinausgehenden umfassenden Kenntnisse der Besonderheiten der Branchen- und Zulieferstrukturen, seine hervorragende fachliche Expertise in der Kfz-Technik und Elektromobilität und vor allem seine große Motivation für dieses Zukunftsthema machen Herrn Loogen zu einer Idealbesetzung", erklärten Ministerpräsident Stefan Mappus, Wirtschaftsminister Ernst Pfister, die Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Tanja Gönner, sowie Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg. "Seine klar durchdachten Vorstellungen und Visionen, wie die neue Landesagentur e-mobil BW GmbH den anstehenden Systemwandel in Baden-Württemberg vorantreiben und insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen dabei optimal einbinden kann, haben bei der Entscheidungsfindung den Ausschlag gegeben und alle berührten Ressorts überzeugt", so Mappus.


Der 46-jährige Diplom-Ingenieur Franz Loogen, der bisher als Fachbereichsleiter Versuch in der Entwicklung der Nutzfahrzeugsparte Mercedes-Benz im Daimler-Konzern beschäftigt sei, habe sich in einem im Dezember 2009 gestarteten umfangreichen Auswahlverfahren gegen insgesamt 151 hochklassige Mitbewerberinnen und -bewerber durchsetzen können.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister verwies darauf, dass nach einer kürzlich veröffentlichten Studie bereits im Jahr 2020 jedes vierte Neufahrzeug weltweit über eine elektrische Komponente im Antrieb verfügen werde. Vor diesem Hintergrund hätten insbesondere kleine und mittelständische Zuliefererbetriebe bislang keine ausreichende Strategie zur Sicherung von Wertschöpfungsanteilen. Pfister: "Hier wollen wir ansetzen, denn Baden-Württemberg ist in besonderer Weise von den vielen kleinen und mittelständischen Zuliefererbetrieben abhängig, die einen Großteil der Arbeitsplätze stellen. Ziel ist das Aufzeigen von Innovationspotenzialen, die Initiierung von Kooperationen über Branchen und Technologiegrenzen hinweg und die Etablierung als attraktiver Standort weltweit für Nachwuchskräfte und Studierende für Elektromobilität."

Die Kardinalaufgabe der e-mobil BW GmbH sieht der neue Geschäftsführer vor allem darin, die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität – von der regenerativen Energieerzeugung über neue technische Innovationen bis hin zur praktischen Umsetzung – in den Blick zu nehmen. Loogen: "Wir müssen die Vereinbarkeit der Mobilität von Menschen und Gütern mit der Reduktion von
Emissionen und Ressourcenverbrauch verwirklichen und Elektromobilität zu einem zunehmenden Teil des realen Straßenbildes machen. Die e-mobil BW wird als Impulsgeber dazu beitragen, die Zukunft des Automobillandes Baden- Württemberg erfolgreich zu gestalten."

Wissenschaftsminister Frankenberg: "Der Systemwandel zur Elektromobilität stellt neue Herausforderungen an Wissenschaft und Forschung. Das Land ist dafür gut gerüstet und unterstützt zahlreiche Projekte, die in Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft verwirklicht werden." Der Minister nannte als Beispiele das Projekthaus e-drive, eine Kooperation zwischen dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Daimler AG, und das unlängst gegründete Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik der Hochschule Reutlingen, der Universität Stuttgart und der Robert Bosch GmbH.

Große Bedeutung für die Elektromobilität habe auch der Fahrzeug-Leichtbau, hier fördere das Land ein Innovationscluster und mehrere Forschungsprojekte unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal und des KIT. Außerdem wiesen die Hochschulen im Land ein breites Spektrum an Lehrangeboten auf.

In die Elektromobilität würden große Hoffnungen gesetzt, so Umweltministerin Gönner. "Mit Strom betriebene Fahrzeuge können einen wichtigen Beitrag auf dem Weg in eine nachhaltige Mobilität leisten." Bis zu ihrer breiten Markteinführung sei es jedoch noch ein steiniger und weiter Weg. Deshalb dürfe die Weiterentwicklung herkömmlicher Antriebskonzepte nicht vernachlässigt werden, bekräftigte Gönner. "Es ist notwendig mehrgleisig voranzugehen. Darin liegt die große Herausforderung." So müssten die bei den Verbrennungsmotoren vorhandenen Optimierungspotenziale weiter ausgeschöpft und gleichzeitig mit der Elektrifizierung des Fahrzeugantriebs ganz neue Wege eingeschlagen werden.

Franz Loogen wird voraussichtlich ab dem 1. Juni 2010 die Geschäftsführung der neuen Landesagentur e-mobil BW GmbH übernehmen. Bis dahin wird der Aufbauprozess der e-mobil BW GmbH durch eine interministerielle Arbeitsgruppe Elektromobilität und eine eigens dafür eingerichtete Stabsstelle im Staatsministerium koordiniert werden, um dem neuen Geschäftsführer beste Startbedingungen zu ermöglichen.

Am 3. März erfolgte bereits die Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister und am 1. April 2010 wird sich erstmalig der Aufsichtsrat zu einer konstituierenden Sitzung zusammenfinden und unter anderem über den künftigen Standort der e-mobil BW GmbH entscheiden. Auch bei der Etablierung eines stimmigen Außenauftrittes und der Planung von Öffentlichkeitsaktivitäten gibt es gute Fortschritte.

Über 500 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen gestern zur Auftaktveranstaltung der e-mobil BW GmbH, einem Informationstag Elektromobilität im Haus der Wirtschaft in Stuttgart, um sich über die Aktivitäten des Landes, die Landesagentur, die Förderprogramme auf EU-, Bundes- und Landesebene im Bereich Elektromobilität sowie über bereits in Umsetzung befindliche Projekte in Baden-Württemberg zu informieren. Pünktlich dazu ging auch der Webauftritt der Agentur ans Netz und wird in Zukunft unter www.e-mobilbw.de alle wichtigen Informationen rund um das Thema Elektromobilität und alle weiteren Aktivitäten der Agentur bereithalten.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Staatsministerium Baden-Württemberg.

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