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AWO Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen e.V.

Freistaat muss Vorreiterrolle im demographischen Wandel annehmen

30.09.2010 / 13:59. 1990 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 1. Oktober zum Internationalen Tag der älteren Menschen erklärt. Die UNO wollte einen jährlichen Anlass schaffen, die Leistung der älteren Menschen und den Gewinn, den sie für das gesellschaftliche Zusammenleben bedeuten, zu würdigen. Gleichzeitig soll dieser Tag auch, auf die Herausforderungen des Alters im 21. Jahrhundert hinzuweisen und Lösungen zur formulieren.


"Sachsen muss seine Vorreiterrolle endlich aktiv annehmen", so Margit Weihnert, Landesvorsitzende der sächsischen Arbeiterwohlfahrt: "Wir sind das am schnellsten alternde Bundesland. Durch die demografische Entwicklung, leider aber auch auf Grund der Wegzugsbewegungen junger Menschen im ländlichen Raum wird der Anteil der über 65-Jährigen dort bis 2020 teilweise auf fast ein Drittel der Bevölkerung steigen."

In den besonders stark betroffenen Regionen wie Ostsachsen und dem Erzgebirge käme es nun darauf an, die Infrastruktur entsprechend kreativ umzugestalten. Viel zu oft fänden hier die älteren Menschen eine Infrastruktur vor, in der der ÖPNV nicht abgesichert sei und man seinen Einkauf oder den Weg zur Post nicht mehr zu Fuß erledigen könne.

Weihnert: "Da braucht es intelligente Ansätze die Versorgung zu sichern und Vereinsamung entgegenzuwirken: z.B. Tante-Emma-Läden mietfrei in öffentlichen Gebäuden wiederzugründen. Eine Kürzung der ÖPNV-Förderung, wie momentan im Land vorgesehen, steht einem generationengerechten Sachsen auch entgegen. Ziel muss es sein, den Prozess des Alterns so produktiv, aktiv und gesund wie möglich zu gestalten. Das schließt auch Initiativen für eine bessere Unterstützung des breiten ehrenamtlichen Engagement Älterer ein."

Der Wohlfahrtsverband warnt auch vor zunehmender Altersarmut in Sachsen. Auf Grund der gebrochenen Erwerbsbiographien nach der Wende beginne in den nächsten Jahren der Übergang zu einer Rentnergeneration, die teilweise mit äußerst geringen Mitteln auskommen müsse. "Die Sicherung bezahlbaren Wohnraums und gesellschaftlicher Teilhabe auch ohne großen finanziellen Aufwand wird hier einen großen Stellenwert einnehmen. Es braucht auch die Abkehr von der sächsischen Niedriglohnstrategie der vergangenen Jahre und Engagement für altersgerechte Arbeitsbedingungen, damit ältere Arbeitnehmer länger im Beruf bleiben können", so Weihnert abschließend.

Die Arbeiterwohlfahrt betreibt in Sachsen das ganze Spektrum an Altenhilfeeinrichtungen - von Seniorenbegegnungsstätten, Beratungsstellen, mobilen Diensten und Einrichtungen der Tages- und Kurzzeitpflege, Seniorenwohnanlagen bis zu Pflegewohnheimen. Als einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege hat sich seit ihrer Wiedergründung nach der Wende in zu einem starken ehrenamtlichen Verband und professionellen Dienstleister mit rund 7900 Mitarbeitern, 7000 Mitgliedern und 1000 ehrenamtlichen Helfern entwickelt.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: AWO Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen e.V..

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