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Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg

Frauen bestimmen ihren Kurs- Sozialsenator Dietrich Wersich stellt das Projekt "Mehr Wert! - Ursachen für Lohnunterschiede angehen" vor

21.04.2010 / 11:31. Die Sozialbehörde greift mit dem Projekt "Mehr Wert!" die aktuelle Diskussion zu den noch immer erheblichen Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern auf. Durchgeführt wird das Projekt von der Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. (KWB), die auch die heute vorgestellte Pressekampagne "Mehr Wert" - Frauen handeln erfolgreich" entwickelt hat. In der heutigen Eröffnungsveranstaltung konnten 120 Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft mehr über die vielfältigen Ursachen und Hintergründe dieser Lohnunterschiede und möglicher Einflussfaktoren erfahren.


Die Sozialbehörde hat dieses Projekt mit der Zielsetzung initiiert, durch öffentliche Kampagnen und Veranstaltungen auf die vielfältigen Hintergründe der Lohnunterschiede aufmerksam zu machen und gemeinsam mit allen gesellschaftspolitischen Akteuren Initiativen zur Reduzierung dieser Unterschiede zu ergreifen. Denn nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind 80 Prozent der festgestellten Lohnunterschiede auf sachlich begründete Einflussfaktoren zurückzuführen.

"Das Projekt sensibilisiert für die Thematik der Entgeltungleichheit und ermutigt Frauen, ihren Lebens- und Karriereweg selbst in die Hand zu nehmen. Getreu dem Motto: Frauen bestimmen ihren Kurs!", erklärte Hamburgs Sozialsenator Dietrich Wersich bei der Enthüllung der Plakatkampagne. "Das Thema Lohnungleichheit hat eine zentrale gesellschaftliche Dimension: Es geht um faire Chancen für Familie und Karriere. Auf eine lebenslange finanzielle Absicherung durch einen Partner können und wollen Frauen heutzutage nicht mehr setzen."

"Die Faktoren Berufswahl, Branche, Arbeitszeiten und unterschiedliche Karriereorientierungen von Frauen und Männern verantworten durch ein komplexes Ineinandergreifen den so genannten Gender Pay Gap", sagt Dr. Susanne Dreas, Projektleiterin bei der KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung. Wie diese Lohnlücke überbrückt werden kann, zeigen Coaches und Experten von Mehr Wert! "Durch eine strategische Lebens- und Karriereplanung können junge Frauen die Stolpersteine in die Lohnfalle umschiffen. Dazu gehört auch, dass sich beide Partner gleichermaßen für Beruf und Familie engagieren", ergänzt Dr. Susanne Dreas.

Wie Komplex die Strukturen der Entgeltungleichheit sind, erfuhren die Gäste bei der Podiumsdiskussion, die Eva Buchhorn, Redakteurin im Ressort Karriere des manager magazins, moderierte. Auch wenn die Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften zur geschlechtergerechten Vergütung unterschiedliche Ansichten hatten, waren sie sich in einem Punkt doch einig: "Lohngleichheit ist für Unternehmen in Zukunft ein wichtiges Thema, denn wenn Frauen weniger verdienen als Männer, gehen sie der Wirtschaft als wertvolles Arbeitskräftepotenzial verloren. Mit einer chancengleichen Personalentwicklung lassen sich Frauen gezielt für gut bezahlte Positionen gewinnen", sagt Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord).

In anschließenden Workshops, die sich an Frauen, Multiplikatoren der Berufsberatung und an Unternehmen richteten, hatten alle Veranstaltungsteilnehmer die Möglichkeit, die Thematik zu vertiefen, eigene Erfahrungen einzubringen und Problemstellungen anzugehen. Damit bekamen sie einen Vorgeschmack auf das, was Mehr Wert! auch in Zukunft zu bieten hat: kurzweilige und lehrreiche Seminare, interaktive Workshops und spannende Events, um mit Lohndifferenzen zwischen Männern und Frauen in Hamburg aufzuräumen.

Das Projekt wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) im Ziel "Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung", Förderperiode 2007-2013, der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie der Behörde für Wirtschaft und Arbeit finanziert.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg.

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