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[Foto] Klemens mit 84 % gewählt
17.04.2010 / 13:50. Luise Klemens heißt die neue Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern. Sie wurde von den Delegierten der außerordentlichen Landesbezirkskonferenz in München mit 84 Prozent der Stimmen gewählt. Klemens, die bislang stellvertretende Landesbezirksleiterin war, bedankte sich bei den Delegierten "für den sehr großen Vertrauensbeweis".In ihrer Antrittsrede warnte Luise Klemens davor, die Welt nur durch eine betriebswirtschaftliche Brille zu sehen. Als Lehre aus der Finanz- und Wirtschaftskrise müsse man stattdessen ziehen, den Fokus wieder mehr auf die Menschen und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu legen. "Wir müssen unser Handeln ernsthaft auf Nachhaltigkeit und Zukunftssicherung ausrichten", erklärte Klemens: "Arbeit muss deshalb Gute Arbeit sein", betonte sie.
Zum Erreichen eines gesellschaftlichen Gemeinwohls gebe es einen untrennbaren Zusammenhang zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen, so Klemens. Als wichtigste gewerkschaftliche Ziele bezeichnete sie die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, Verteidigung und Ausbau von Branchentarifverträgen sowie das Ziel, Unternehmen ohne Tarifbindung zur Einhaltung der tariflichen Standards zu zwingen. "Und wenn wir gesellschaftspolitisch erfolgreich gestalten wollen, müssen wir den Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern tarifpolitisch lösen und für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen", sagte Klemens.
Bei der Höhe des geforderten Mindestlohns schloss sich Klemens der Forderung des DGB nach 8,50 Euro an, stellte aber auch klar, dass das die unterste Größe sein müsse: "Für ein gutes Leben ist eigentlich ein Verdienst von wenigstens 12 Euro notwendig", so Klemens.
"Für uns als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter war und ist es eine zentrale Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen", erklärte Klemens, "und für diese Ziele werden wir dann auch kämpfen - wenn es sein muss, mit aller Härte", betonte die neue Chefin von ver.di Bayern.
Vor der Neuwahl war der bisherige Landesbezirksleiter, Josef Falbisoner, von den Delegierten mit stehendem Applaus in den Ruhe-stand verabschiedet worden. Falbisoner stand insgesamt 17 Jahre (acht bei der Postgewerkschaft und neun Jahre seit ver.di Gründung) an der Spitze einer bayerischen Gewerkschaft.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: ver.di Landesbezirk Bayern.

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