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CDU-Landesverband Brandenburg

Folgart verhöhnt die Opfer der Zwangskollektivierung

23.04.2010 / 15:57. Als Verhöhnung der Opfer der Zwangskollektivierung hat der Generalsekretär der CDU Brandenburg, Dieter Dombrowski, die angekündigte Teilnahme des Präsidenten des Landesbauernverbandes Brandenburg, Udo Folgart, an einer Tagung der Rosa- Luxemburg-Stiftung in Kyritz bezeichnet. Die Linksparteinahe Stiftung hat für Samstag zu einer "Konferenz aus Anlass des 50. Jahrestages des Abschlusses der Genossenschaftsbildung in der Landwirtschaft der DDR 1960" eingeladen. Fast zeitgleich wird der Bauernbund Brandenburg ebenfalls in Kyritz ein Denkmal für die Opfer der Zwangskollektivierung einweihen. Dombrowski:


"Da enthüllt der Bauernbund ein Denkmal, um nach Jahrzehnten den Hunderttausenden Opfern der Zwangskollektivierung in der DDR zu gedenken und der Präsident des größten Bauernverbandes des Landes, der noch dazu als Schattenlandwirtschaftsminister im Kabinett des gescheiterten Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier gehandelt wurde, hat nichts Besseres zu tun, als zur Gegenveranstaltung der dunkelroten Geschichtsklitterer der SED-Nachfolgepartei zu gehen. Nicht nur den mehr als 400.000 Bauern, die damals mit massiver Gewalt in die LPGs gezwungen wurden, muss dies wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen."

Dombrowski bezeichnete es als unerträglich, dass die linke Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann, noch immer den Begriff Zwangskollektivierung kategorisch ablehne und die große Anzahl derer betone, die damals angeblich freiwillig in die LPGs gegangen wären. Dies sei Geschichtsverdrehung im Quadrat, sagte der CDU-Generalsekretär. Dombrowski forderte Folgart auf, von der Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Abstand zu nehmen und stattdessen der Opfer des damaligen Unrechts bei der Einweihung des Denkmals zu gedenken.

Hintergrund:
Auszug aus dem Standardwerk zur Zwangskollektivierung des Historikers Jens Schöne mit dem Titel "Die Landwirtschaft in der DDR 1945-1990"
"Jegliche Gesetzlichkeit verlor ihre Bedeutung; eine Beschwerdeinstanz, an die sich die Bauern mit Erfolgsaussichten hätten wenden können, existierte nicht. Die Klagen mehrten sich zwar auf allen Ebenen, doch wurden derartige Bemühungen durchgängig als Provokation der "Klassenfeinde" gewertet. Mitglieder der Werbebrigaden überstiegen Zäune und schlugen Scheiben ein, willkürliche Verhaftungen erfolgten. Richter und Staatsanwälte drohten mit drakonischen Strafen, Verwaltungseinrichtungen erhöhten die Ablieferungspflichten um ein Vielfaches und auch innerhalb der Dörfer entluden sich angestaute Probleme, persönliche Rechnungen wurden beglichen. Lautsprecherwagen plärrten Propaganda (wenn es sein musste, rund um die Uhr) und die Zahl der Republikflüchtigen erhöhte sich ebenso markant wie die der Brandstiftungen und der Selbstmorde. Allein im ersten Halbjahr 1960 verließen daraufhin 5.257 in der Landwirtschaft Beschäftigte die DDR. Dies entsprach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einer Steigerung um 117 Prozent ­ 5.000 weitere Personen wurden bei einem solchen Versuch verhaftet."

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: CDU-Landesverband Brandenburg.

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