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VCD Verkehrsclub Deutschland e.V., Landesverband Hessen
Flugausfälle: Weniger und leisere Flieger wären ein guter Kompromiss zwischen himmlischer Ruhe und Dauergedröhn
19.04.2010 / 13:55.
Angesichts der Flugausfälle in Europa fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Alternativen zum Luftverkehr zu stärken. Werner Geiß, Vorstandsmitglied VCD Hessen: "Die auch von der hessischen Landesregierung forcierte einseitige Ausrichtung auf den Luftverkehr ist wie jede Monostruktur störanfällig und wohlstandsmindernd." Der VCD ist für den Ausbau der Eisenbahn-Fernstrecken als Alternative zum Kurz- und Mittelstreckenflugverkehr. Technisch müsse zudem geprüft werden, ob es sinnvoll ist, beim Luftverkehr fast ausschließlich auf Turbinen zu setzen. Trotz Wehklagen der Luftfahrtwirtschaft bietet eine Verlagerung der Wertschöpfung vom ausufernden Flugverkehr zu anderen Branchen Chancen für mehr Wohlstand und Lebensqualität. Bezogen auf den inländischen Arbeitsmarkt bindet die Luftfahrt weit weniger Arbeitskraft als andere Branchen. Andere Konsumgewohnheiten jenseits von Flugtourismus und eingeflogener Luxusware würden unseren Wohlstand durchaus steigern. Dies auch zu Gunsten unseres klammen Staatshaushalts, der aufgrund der Steuerbefreiung (Mineralöl- und Mehrwertsteuer entfallen im internationalen kommerziellen Flugverkehr) und der hohen Subventionen für die Luftfahrtinfrastruktur jährlich rund 10 Mrd. Euro einbüßt. Der VCD fordert, Alternativen zum Luftverkehr zu stärken. Insbesondere gehören dazu mehr und schnellere Züge auf einem besseren Streckennetz. "Es müssen endlich Zeitplan und Finanzierung der Schnellfahrstrecke Frankfurt--Mannheim geklärt werden. Sobald das Baurecht da ist, muss auch gebaut werden", so VCD-Landesgeschäftsführer Martin Mützel. Er weist darauf hin, dass das Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt bereits läuft, die Erörterung hat im letzten November statt gefunden. Für die anderen vier Abschnitte laufen die Vorbereitungen. Es sind jedoch noch keine Finanzmittel für den Bau zur Verfügung gestellt worden. Zudem müssten laut VCD die Planungen für den Ausbau zwischen Hanau und Fulda aufgenommen werden. Mützel: "Bahn, Bund und Land schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, die Reisenden warten aber schon jetzt auf bessere Verbindungen. So kann es nicht weiter gehen." Hier seien jetzt politische Anstrengungen notwendig, um das Projekt langfristig überhaupt noch umsetzen zu können. Zudem stellt der Vulkan die derzeitige Technik im Luftverkehr in Frage. Geiß: "Nicht nur der Klimawandel und die gesättigten Waren- und Tourismusmärkte setzen dem Flugverkehr Gren-zen. Nun ist es auch noch die empfindliche Technologie der Flugzeugturbinen, die das Wachstum des Flugverkehrs in Frage stellt." In Frankfurt, Kassel und Egelsbach entstehen neue Pisten, deren Länge einzig den spezifischen Erfordernissen der schnellen, turbinengetriebenen Flugzeuge entsprechen soll. Aber die herkömmlichen Turbofan-Antriebe sind am Ende ihres Entwicklungspotentials angelangt, ebenso wie der kommerzielle Flugverkehr insgesamt. Der VCD freut sich mit allen Fluglärmgeplagten, die die Ruhe der vergangenen Tage genießen konnten. Mützel: "Weniger und leisere Flieger wären ein guter Kompromiss zwischen himmlischer Ruhe und Dauergedröhn."
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: VCD Verkehrsclub Deutschland e.V., Landesverband Hessen.
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