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ver.di Landesbezirk Bayern

„FAIRSENDEN“ statt Lohndumping: Protest in Rosenheim

17.06.2010 / 14:11. Konkurrenz belebt das Geschäft. Ein Motto, das seit der Privatisierung auch für die Briefdienstbranche gilt. Und ein belebtes Geschäft ist es auch aus Sicht der Beschäftigten in den privaten Zustelldiensten: Tag für Tag stellen sie die Post genauso bei Wind und Wetter zu wie ihre Kollegen beim „gelben Riesen“ - jedoch zu ganz anderen Bedingungen. Während sich die Privaten Zustelldienste immer mehr durch günstigere Preise am Markt etablieren, sind ihre Beschäftigten vermehrt auf Zweitjobs oder Hilfestellungen in Form von Sozialleistungen vom Staat angewiesen. Von Löhnen unter 7 Euro pro Stunde lässt sich kaum leben.


„Auch bei City Mail in Rosenheim wird die Konkurrenz auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen und nicht über die Angebotsqualität, wie es sein sollte“, so Gerhard Leitsmüller, Betriebsratsvorsitzender des privaten Rosenheimer Zustellbetriebes. „Ein Wettbewerb über die Löhne und Gehälter der Beschäftigten führt in der Branche zu einer Lohnspirale nach unten. ‚Fairsenden‘ geht anders“, stellt Leitsmüller fest. Öffentliche Mittel könnten nach seiner Meinung eingespart und für andere Aufgaben verwendet werden, „wenn Arbeitgeber ihre Leute so bezahlen, dass sie davon leben können.“

Am kommenden Montag, den 21.06., werden daher Beschäftigte des privaten Dienstleisters gemeinsam mit Zustellern der Deutschen Post zwischen 11.55 Uhr („fünf vor zwölf“) und 14 Uhr eine Kundgebung am Max-Joseph-Platz veranstalten.

Prominente Verstärkung bekommen sie durch den Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel, der zugleich alternierender Vorsitzender der Bundesnetzagentur ist. Gemeinsam werden sie die Rosenheimer über diese Missstände informieren. Klaus Barthel steht der Öffentlichkeit dabei auch zum Dialog zur Verfügung.

ver.di fordert für die Beschäftigten bei den Briefdiensten ein tariflich vereinbartes Mindestentgelt auf Basis des (wegen eines Formfehlers von Seiten der Bundesregierung) von einem Gericht gekippten Mindestlohnes von € 9,80. Hierzu wurde der Arbeitgeberverband Neue Brief- und Zustelldienste (AGV NBZ) zu Tarifverhandlungen über ein Mindestentgelt aufgefordert. Ein solcher bundesweiter Verbandstarifvertrag könnte vom Bundesarbeitsministerium für allgemein verbindlich erklärt werden und würde dann die ganze Branche der Briefdienste vor Lohndumping schützen.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: ver.di Landesbezirk Bayern.

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