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Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

Europäische Impfwoche 2010

26.04.2010 / 10:35. Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), hat heute in Erfurt die Thüringer Bevölkerung aufgerufen, sich an der Europäischen Impfwoche zu beteiligen. Taubert sagte: "Nehmen Sie die Europäische Impfwoche zum Anlass und sehen Sie gleich in Ihr Impfbuch. Lassen Sie anlässlich eines Arztbesuches oder im Gesundheitsamt die Eintragungen überprüfen und auch bei Ihren Familienmitgliedern noch notwendige Impfungen nachholen." Taubert verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Impfungen zu den wichtigsten, wirksamsten und auch kostengünstigsten Vorsorgemaßnahmen im Gesundheitswesen gehören. Noch immer sterben Jahr für Jahr in der Europäischen Union bis zu 32.000 Kinder an Krankheiten, gegen die Schutzimpfungen zur Verfügung stehen. "Denken Sie deshalb an Ihre Kinder, die ein Recht auf Impfschutz vor den sogenannten Kinderkrankheiten haben. Kinderkrankheiten können gefährlich und sogar lebensbedrohlich sein. Nutzen Sie die Vorsorgeuntersuchungen insbesondere auch im Jugendalter", sagte die Gesundheitsministerin.


Die letzte Aprilwoche wurde von der Weltgesundheitsorganisation zur 5. Europäischen Impfwoche erklärt. Das Europäische Regionalbüro der WHO in Kopenhagen organisiert die Veranstaltung. Schirmherrin ist Prinzessin Marie von Dänemark, selbst Mutter von zwei Kindern.

Ziel der Informationswoche ist es, den besonderen Stellenwert des Impfens für den Gesundheitsschutz hervorzuheben. Alle Mitgliedsstaaten der EU sind aufgerufen, diese Initiative mit geeigneten publikumswirksamen Kampagnen und Veranstaltungen zu unterstützen.

Deshalb hat das Thüringer Gesundheitsministerium u. a. Materialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wie Faltblätter, Poster, Flyer an die Gesundheitsämter und über diese an Schulämter und Jugendämter versendet. Schwerpunkt der Aktivitäten in Thüringen in der Impfwoche sind Maßnahmen zum Schließen der Impflücken bei Jugendlichen. Die Durchimpfungsraten zeigen, dass hier Handlungsbedarf besteht. So besitzen nur 62,5 % der Jugendlichen einen altersgerechten Hepatitis B-Impfschutz, auch über die 2. MMR-Impfung (Mumps, Masern, Röteln) verfügen noch nicht alle Jugendlichen. Hier beträgt die Durchimpfungsrate 90,6 Prozent, notwendig wären 97 Prozent.

Impfungen schützen den Einzelnen vor Erkrankung und die Allgemeinheit vor der epidemischen Ausbreitung übertragbarer Krankheiten. Geimpfte Personen bauen gegen die betreffende Krankheit einen Impfschutz auf und unterbrechen so die Infektionskette von Mensch zu Mensch. Beim Erreichen hoher Durchimpfungsraten (größer als 90 Prozent) ist es möglich, einzelne Krankheitserreger regional zu eliminieren und schließlich weltweit auszurotten.

Durch die Schutzimpfungen konnte die Zahl der Infektionskrankheiten bereits stark reduziert werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass Impfungen in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung verlieren, weil viele Kinderkrankheiten, wie Masern, Mumps, Röteln oder Infektionskrankheiten wie Diphtherie nicht mehr bekannt sind.

Schutzimpfungen sind von der Praxisgebühr befreit. Die Kosten für alle Impfungen, die in Thüringen notwendig sind, übernehmen die Krankenkassen.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit.

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