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Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
"Erste Kinderintensivstation Deutschlands wird 45"
30.09.2010 / 10:54. An der Universitätskinderklinik Mainz wurde vor 45 Jahren die erste Kinderintensivstation in Deutschland eingerichtet. Anlass genug, die Entwicklungen seit 1965 Revue passieren zu lassen. Auf einem wissenschaftlichen Jubiläumssymposium treffen sich am 1. und 2. Oktober 2010 rund 200 Teilnehmer an der Universitätsmedizin in Mainz, um über die aktuellen Trends in der pädiatrischen Intensivmedizin zu diskutieren. Dazu konnten die Organisatoren des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin namhafte ärztliche und pflegerische Experten aus dem Bereich der pädiatrischen Intensivmedizin als Referenten gewinnen.Die neue Station hieß zunächst "Aufnahmestation": Hier sollten schwerkranke Kinder diagnostiziert und stabilisiert werden, bevor sie auf Stationen der Kinderklinik verlegt wurden. Die kleinen Patienten wurden damals von einem Arzt und einem Medizinalassistenten im Tagdienst versorgt, insgesamt zehn Schwestern kümmerten sich um die Kinder. Aufgrund einer zunehmend erfolgreicheren und anspruchsvolleren Intensivtherapie wurde das Personal aufgestockt und allmählich der Schichtdienst eingeführt. 1972 bekam die "Aufnahmestation" ihren heutigen Namen - Interdisziplinäre Kinderintensivstation. Prof. Bodo-Knut Jüngst hat die Anfänge der Kinderintensivstation als Oberarzt miterlebt. Sein Resümee beim Symposium: "45 Jahre Kinderintensivstation beinhalten vor allem eine enorme Entwicklung - medizinisch, pflegerisch und technisch. Doch die Aufgabe, die Atmosphäre und das Engagement sind die gleichen wir vor mehr als vier Jahrzehnten."
Diese Aufgabe der Kinderintensivstation ist die Versorgung schwerstkranker Kinder. Damals, vor 45 Jahren, spielten Infektionskrankheiten, Unfälle und Vergiftungen eine große Rolle. Heute werden auf der interdisziplinären Intensivstation vor allem Notfälle im Säuglings- und Kindesalter, Kinder, die nach Unfällen Brand- und Kopfverletzungen erlitten haben sowie solche Patienten versorgt, die eine schwere Operation hinter sich haben. Ein Schwerpunkt liegt in der Betreuung herzkranker Kinder und Patienten nach neurochirurgischen Eingriffen.
"In der Kinderintensivmedizin kamen ursprünglich medizinische Geräte aus der Erwachsenenmedizin zum Einsatz. Erst im Laufe der letzten 20 Jahre wurden diese Geräte an die Anforderungen der Kinder angepasst, so dass heutzutage sowohl die Behandlung als auch die medizinische Überwachung für die kleinen Patienten sehr viel schonender ist", beschreibt Ralf G. Huth, Oberarzt der Station, die Entwicklung der vergangenen Jahre. Der technologische Fortschritt wird unter anderem daran deutlich, dass bei diesen kleinen schwerkranken Patienten nicht selten mehr als zehn verschiedene Geräte für Beatmung, Überwachung, Ernährung und Kreislaufunterstützung zum Einsatz kommen. Im Extremfall werden bis zu 15 verschiedene Körperfunktionen kontinuierlich überwacht. Dabei gilt jedoch immer die Regel, nur soviel Technik einzusetzen wie unbedingt nötig. Denn gerade bei Kindern sind liebevolle Betreuung (dies beinhaltet u.a. auch die Integration der Eltern in die Pflege ihres Kindes) und sorgfältige Beobachtung besonders wichtig, wie die Verantwortlichen auf der Kinderintensivstation betonen.
Was heute aktueller Stand des Wissens ist, kommt im Jubiläumssymposium zur Sprache. Es beginnt mit Vorträgen rund um das Thema Herzfehler im Kindesalter und wie diese behandelt werden können. Weitere Experten erklären, wie Kinder mit schwerem Organversagen versorgt werden können oder was nach einer schweren Operation zu beachten ist. Notfallmanagement, Training und Weiterbildung Qualitätssicherung sowie Dokumentation sind weitere Schwerpunkte des zweitägigen Symposiums.
"Neben der medizinischen Kompetenz ist vor allem die menschliche Nähe zu den kleinen Patienten wichtig. So zählt die Mainzer Kinderintensivstation aufgrund ihrer Erfahrung und ihres Engagements zu den führenden Einrichtungen in Deutschland und profitiert darüber hinaus von ihren weltweiten Kontakten und internationalem Know-how", betont Univ.-Prof. Dr. Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz. Doch die Entwicklung schreitet ständig voran: "Für nächstes Jahr haben wir uns als Schwerpunktziele unter anderem das Trauma-Management bei Kindern, Wiederbelebungstraining für Kinder und Untersuchungen zur Beatmungsoptimierung für Säuglinge, Kinder und Jugendliche gesetzt."
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

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