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Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Erklärung zum Zwischenfall vor der Gaza-Küste des Zentrums Ökumene der EKHN

04.06.2010 / 13:49. Gemeinsam mit den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, dem Ökumenischen Rat der Kirchen, dem Evangelischen Entwicklungsdienst sowie vielen anderen Staaten und internationalen wie nationalen Nichtregierungsorganisationen unterstützen wir die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung des Vorfalls und einem sofortigen Ende der völkerrechtswidrigen Blockade des Gazastreifens.


Viele Menschen in der weltweiten Ökumene teilen die Hoffnung, dass Israel und Palästina als zwei Staaten Seite an Seite friedlich zusammenleben. Doch die ständige Gewalt, die Verletzung von Menschenrechten und die seit 2007 andauernde Blockade des Gazastreifens verhindern dies.

Durch die israelische Militäraktion in internationalen Gewässern gegen den Hilfskonvoi nach Gaza am 31. Mai und durch das kompromisslose Vorgehen hat sich Israel selbst und der schwierigen politischen Situation im Nahen Osten nachhaltig geschadet. Aus der leidvollen Geschichte der Juden, gerade auch in Deutschland, ist zwar verständlich, dass Israel sich gegen alle Kräfte wehrt, die sein Existenzrecht in Frage stellen, aber dies darf nicht mit der gleichzeitigen Verletzung von Menschenrechten anderer einhergehen.

Unser Gedenken gilt den Opfern der Militäraktion und unser Mitgefühl den Angehörigen und Verletzten. Das Geschehene ist nicht rückgängig zu machen; aber wir hoffen, dass es die Einsicht stärkt, dass militärische Gewalt die Konflikte nicht löst, sondern im Gegenteil sie zuspitzt. Stattdessen gilt es, die weltweiten Bemühungen für einen gerechten Frieden im Nahen Osten zu stärken und die konsequente Einhaltung des humanitären Völkerrechts sowie der Menschenrechte sicherzustellen.

Am Samstag, den 5. Juni, wird auf dem Römerberg in Frankfurt zu diesem Thema eine Kundgebung stattfinden. Daran wird als Vertreter der Konferenz für Islamfragen des Zentrums Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Pfarrer Andreas Goetze teilnehmen und sprechen. Er ist seit vielen Jahren auch im christlich-jüdischen Dialog engagiert.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Evangelische Kirche in Hessen und Nassau.

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