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Mainova AG

Energieversorger Mainova beschließt Strategie der Strom- und Wärmeerzeugung

22.06.2010 / 12:39. Der Energie- und Wasserversorger Mainova hat seine Strategie der Strom- und Wärmeerzeugung für die Jahre bis 2015 beschlossen. Das Frankfurter Unternehmen wird demnach in den kommenden fünf Jahren in Erzeugungsprojekte investieren, die ein Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro haben. Die geplanten Projekte liegen in den Bereichen erneuerbare Energien (Schwerpunkte Windkraft und Biomasse) sowie hocheffiziente GuD-Anlagen. Das kündigten am heutigen Dienstag (22.6.) der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Constantin H. Alsheimer und Mainova-Technikvorstand Joachim Zientek auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main an.


Dr. Alsheimer betonte: „Mit unserer Wachstumsstrategie im Bereich der Erzeugung von Strom und Wärme investieren wir erhebliche Beträge, um den wirtschaftlichen Erfolg der Mainova in diesem Bereich abzusichern. Dabei setzen wir ausschließlich auf Projekte, die höchsten Anforderungen an Ökologie und Energieeffizienz genügen.“ Dr. Alsheimer fügte hinzu: „Dieser Ausbau ergänzt hervorragend unsere bisherige Erzeugung, die vor allem auf die umweltschonende Kraft-Wärme-Kopplung und die CO2-neutrale Energieerzeugung setzt. Schon heute ist die Mainova Hessens größter Produzent von CO2-neutralem Strom – und das ohne Einsatz von Atomkraft.“

Durch die Umsetzung aller geplanten Erzeugungsprojekte sollen zusätzlich 1,2 Milliarden kWh Strom pro Jahr erzeugt werden. Das entspricht der Strommenge, die 480.000 Haushalte (Jahresverbrauch je 2.500 kWh) verbrauchen. Den Hauptanteil an der zusätzlichen Menge werden hocheffiziente GuD-Anlagen mit etwa 800 Mio. kWh einnehmen. Dafür sind der Umbau einer Anlage in Frankfurt sowie eine Beteiligung an einer weiteren GuD-Anlage in Deutschland vorgesehen.

Weitere rund 250 Mio. kWh Strom werden zusätzliche Beteiligungen an Windparks – sowohl Offshore als auch Onshore – beisteuern. Joachim Zientek betonte: „Derzeit sind wir in konkreten Verhandlungen über ein großes Offshore-Projekt. Ein Ergebnis werden wir voraussichtlich schon in den kommenden Wochen mitteilen können.“ Bereits Ende 2009 vollzog die Mainova mit ihrer 12,5-Prozent-Beteiligung am Windpark Havelland den Einstieg in die Stromerzeugung durch Windkraftanlagen. Darüber hinaus sind Projekte im Bereich Biomasse vorgesehen. So soll am Heimatstandort Frankfurt ein weiterer Biomassekessel errichtet werden, mit dem jährlich 120 Mio. kWh Strom erzeugt werden können. Mit Blick auf die konsequent ressourcenschonende Ausrichtung der Erzeugungsstrategie sagte Dr. Alsheimer: „Die Mainova wird beim Klimaschutz die strengen Vorgaben der Stadt Frankfurt, des Landes Hessen und des Bundes erfüllen.“ Das gelte für die erneuerbaren Energien, die ressourcenschonende Energieerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und die CO2-Ersparnis, ergänzte Dr. Alsheimer.

So liegt die Mainova derzeit mit einem Anteil von rund 34 Prozent KWK an der Stromerzeugung über der Vorgabe der Bundesregierung von 25 Prozent für das Jahr 2020. Beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids hat sich die Stadt Frankfurt zum Ziel gesetzt, diesen bis 2020 um 30 % zu senken. Dazu soll die Energieversorgung in Frankfurt den erheblichen Beitrag von rund 600.000 Tonnen CO2 beisteuern. Dr. Alsheimer rechnete vor: „Mit unserer Strategie können wir bereits ab dem Jahr 2015 rund 550.000 Tonnen CO2 jährlich vermeiden.“

Die Erzeugungsstrategie sieht zudem vor, den Anteil der erneuerbaren Energien massiv auszubauen. Dieser Anteil soll sich bis zum Jahr 2015 auf 15 % verdoppeln. Unter Berücksichtigung des Müllheizkraftwerkes in der Frankfurter Nordweststadt und des Biomasse-Kraftwerks Fechenheim werden insgesamt sogar 20 % des Stromes CO2-neutral erzeugt.

Mit der Beteiligung an zahlreichen neuen Erzeugungsprojekten soll parallel zum Klimaschutz auch die eigene Erzeugung der Mainova gestärkt werden. Die so genannte Eigenerzeugungsquote soll den Planungen zufolge im Jahr 2015 auf 100 % steigen. Das bedeutet, dass 100 % der verkauften Strommenge auch in Mainova-Anlagen erzeugt werden. Grundlage dieser Planung ist die verkaufte Strommenge von 3,6 Mrd. kWh Strom aus dem Jahr 2007. Im Jahr 2009 wurden 1,5 Mrd. kWh Strom selbst erzeugt, in diesem Jahr werden es voraussichtlich 2,4 Mrd. kWh sein.

Technikvorstand Joachim Zientek betonte: „Durch eine höhere Eigenerzeugungsquote machen wir uns unabhängiger von Marktschwankungen. Durch die bessere Kalkulation künftiger Erzeugungskosten verschafft sich die Mainova einen Wettbewerbsvorteil. Davon werden dann auch unsere Kunden profitieren.“

Mit Blick auf die Erzeugungsprojekte und die Rahmenbedingungen für Investitionen hob Dr. Alsheimer hervor: „Die Umsetzung unserer Pläne wird ganz entscheidend von den politischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Ausgestaltung der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.“ Dr. Alsheimer fügte hinzu: „Sollten die AKW-Laufzeiten verlängert werden, muss dies auf jeden Fall an Bedingungen geknüpft sein. Vor allem sollten die anfallenden Mehrerlöse, die in zweistelliger Milliardenhöhe bei den großen Kernkraftwerksbetreibern entstünden, weitgehend abgeschöpft werden.“ Diesen Mehrerlösen der Großkonzerne stünden allein bei den Stadtwerken Mindererträge von über drei Milliarden Euro gegenüber. „Eine Laufzeitverlängerung ohne Bedingungen gefährdet nicht nur bei der Mainova, sondern in ganz Deutschland neue Projekte zur dezentralen und effizienten Energieerzeugung“, sagte Dr. Alsheimer.

· Investitionen bis 2015 in Erzeugungsprojekte im Gesamtvolumen von 500 Mio. Euro
· 2015 jährliche CO2-Einsparungen von 550.000 Tonnen
· Klimaziele von Bund, Land und Stadt Frankfurt am Main als eigenen Maßstab · Erzeugungsprojekte liegen in den Bereichen erneuerbare Energien
(Schwerpunkte Windkraft und Biomasse) sowie hocheffiziente GuD-Kraftwerke · Eigenerzeugungsquote von 100% geplant · 20 % der Mainova-Stromerzeugung werden CO2-neutral

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Mainova AG.

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