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SAB Sächsiche Aufbaubank

Elf neue sächsisch-tschechische Projekte im EU-Förderprogramm Ziel 3 bestätigt

24.09.2010 / 09:44. Der binationale Begleitausschuss des Ziel 3-Programms hat am 23. September 2010 in Dresden elf weitere grenzübergreifende Vorhaben in den Bereichen Bildung, Soziales, Tourismus und Umwelt bestätigt. Mit rund 12,7 Millionen Euro EU-Mitteln kann damit im Rahmen des Ziel 3/Cíl 3-Programms ein Gesamtvolumen von rund 15 Millionen Euro umgesetzt werden. Seit Beginn der Antragstellung im August 2008 konnten sich nunmehr 109 Projekte qualifizieren.

Fünf Projekte werden unter sächsischer und sechs Projekte unter tschechischer Federführung realisiert. Dabei sind die Anforderungen an die Qualität der Zusammenarbeit im Vergleich zum Vorgängerprogramm Interreg III A deutlich gestiegen: Mindestens zwei der vier Kriterien "gemeinsame Planung", "gemeinsame Durchführung", "gemeinsame Finanzierung" und "gemeinsames Personal" müssen erfüllt sein, um eine Förderung aus dem Ziel 3/Cíl 3-Programm zu erhalten.
Im Programmschwerpunkt Entwicklungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Fördergebiet stimmte der Begleitausschuss der Förderung von drei Projekten zu.

Im Vorhabensbereich Förderung schulischer Projekte können das Landratsamt Vogtlandkreis in Plauen, das Gymnázium Cheb und die Stadtverwaltung Oelsnitz/Vogtland das Projekt "Errichtung eines Deutsch-Tschechischen Sprach- und Kommunikationszentrums an den Gymnasien Oelsnitz und Cheb" umsetzen. Im Rahmen des Projekts werden die Gymnasien Oelsnitz/Vogtland und Cheb die für ihre in 40-jähriger Schulpartnerschaft gewachsene Zusammenarbeit erforderlichen Raumkapazitäten schaffen. Das Gymnasium Oelsnitz als einziges Gymnasium der Regionalstelle Zwickau mit Tschechischunterricht im sprachlichen Profil wird zu diesem Zweck eine ehemalige Turnhalle zum deutsch-tschechischen Sprach- und Kommunikationszentrum ausbauen, während das tschechische Partnergymnasium in Cheb einen Audio- und Medienraum umgestalten kann. Mit Hilfe dieser neuen räumlichen und technischen Voraussetzungen wird eine vielfältigere Nutzung etwa durch gemeinsame Theateraufführungen oder die Ausweitung der Kooperation auf Naturwissenschaften ermöglicht. Auch benachbarte Schulen und Kindertagesstätten sollen von diesem erweiterten Angebot profitieren, so dass in der Region zukünftig neben schulischen auch verstärkt außerschulische Aktivitäten von hoher Qualität angeboten werden können. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Im Programmschwerpunkt Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus stimmte der Begleitausschuss der Förderung von drei Projekten zu.

Im Vorhabensbereich Investive Maßnahmen im Bereich der touristischen Infrastruktur können die Gemeindeverwaltung Bärenstein und die Stadt Vejprty das Projekt "Gemeinsame Mitte Bärenstein/Vejprty" umsetzen. Gegenstand des Projektes ist die Aufwertung des derzeit noch unstrukturierten städtebaulichen Raumes am Grenzübergang zwischen den unmittelbar benachbarten Orten Bärenstein und Vejprty. Durch die Rekonstruktion der Straße, den Ausbau der Abwasserleitungen und der öffentlichen Beleuchtung, den Bau von öffentlichen Toiletten und neuen Parkplätzen, die Sanierung der Fassaden des Informationszentrums, die Anlage eines Springbrunnens sowie Begrünungsarbeiten wird ein attraktiver Anlaufplatz für Bewohner und Touristen beider Orte geschaffen. Aufgrund ihrer zentralen Lage und der Nähe zu Gastronomie und Handel in beiden Ländern soll die neue gemeinsame Mitte auch zur Belebung der Stadtkerne beider Gemeinden beitragen. Zugleich werden Hindernisse beim Überschreiten der Grenze und bei der Begegnung der Bürger beider Länder abgebaut. Neben den investiven Maßnahmen wird ein grenzübergreifendes Marketingkonzept für die beiden Nachbargemeinden erstellt. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union mit rund 3,2 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Im Programmschwerpunkt Verbesserung der Situation von Natur und Umwelt wurde der Förderung von fünf Projekten zugestimmt.

Im Vorhabensbereich Kooperationen in den Bereichen Klimaschutz, Wald- und Naturschutz, Landschaftspflege und Abfallwirtschaft können der Verein zur Förderung von Biomasse und nachwachsenden Rohstoffen Freiberg e.V., Rechenberg-Bienenmühle, und das Forschungsinstitut für Pflanzenproduktion (Výzkumný ústav rostlinné výroby), Chomutov, das Projekt "Rekultivierung großflächig schwermetallbelasteter Areale und Bergbaufolgelandschaften der Euroregion Erzgebirge durch standortangepasste Anbausysteme nachwachsender Rohstoffe zur energetischen Verwertung - RekultA" durchführen. Das Projekt zielt auf eine energetisch sinnvolle Nachnutzung der durch Schwermetallanreicherungen belasteten Oberböden in der Region um Freiberg sowie der durch den Braunkohletagebau stark veränderte Landschaft in der Region um Chomutov durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe. Geplant sind Erfahrungsaustausche sowie der Austausch von nicht-invasivem Pflanzgut und Düngemitteln zur praktischen Anwendung auf Versuchsflächen. Es werden grenzüberschreitende Handlungsempfehlungen, Strategien und Wertschöpfungsketten zur energetischen Verwertung von Biomasse formuliert. Die nachfolgende Umsetzung der Maßnahmen wird durch den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit Rohstofferzeugern, -verwertern sowie vor- und nachgelagerten Branchen abgesichert. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von rund 400.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Antrags- und Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren und zu Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der Website von Ziel 3/Cíl 3 unter http://www.ziel3-cil3.eu . Anfragen zu Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowie zu Beratungsterminen können an kontakt@ziel3-cil3.eu gerichtet werden.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: SAB Sächsiche Aufbaubank.

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