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Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

Eiswürfel gelandet: Umbau der Interkulturellen Familienbibliothek am Kottbusser Tor

30.09.2010 / 12:41. Im Rahmen des Konjunkturpaketes II erhalten nicht nur Schulen Fördermittel, sondern auch einzelne ausgewählte öffentliche Gebäude, so auch die Interkulturellen Familienbibliothek am Kottbusser Tor. Das Gebäude aus den 50er Jahren ging über Jahrzehnte mit seiner belanglosen Architektur als niedrige Blockrandbebauung und vor dem Hintergrund des Neuen Kreuzberger Zentrums in der öffentlichen Wahrnehmung unter.


Über das Konjunkturpaket II sollte das Objekt energetisch ertüchtigt werden. Insgesamt standen hierfür 540.000 EUR zur Verfügung Gleichzeitig ist es jedoch gelungen, Mittel aus dem Förderprogramm BIST (Bibliotheken im Stadtteil) in gleicher Höhe zu akquirieren, mit denen die Organisation der Bibliothek als auch das innere Erscheinungsbild erheblich aufgewertet werden konnten.

Die Architekten Katharina Feldhusen und Ralf Fleckenstein (ff Architekten) haben im Auftrag des Bezirksamtes, vertreten durch den Immobilienservice das Material Glas heran gezogen, um auf die Unscheinbarkeit des über 60 Jahre alten Gebäudes zu reagieren. Aus der Lochfassade wurde eine Ganzglasfassade, teilweise offen, teilweise halbdurchlässig und geschlossen. Wie der - geistige - Inhalt der Bibliothek wird der Baukörper immaterialisiert. Das Erdgeschoss hat nun eine freie Sichtbeziehung zum Platz. Eine großzügige Theke im Eingangsbereich und Automaten für die elektronische Rückgabe ausgeliehner Medien wenden sich dem Publikum zu.

Auch in den oberen Geschossen ist Glas das bestimmende raumbildende Element. Die straßenseitigen und die hofseitigen Fassaden erlaubt Durchblicke oder lassen das Tageslicht gedämpft durch transluzente Wärmedämmung eintreten. Auch Zwischenwände sind nun gläsern ausgeführt.

Die Architektur des Hauses spricht eine neue Sprache. Der Banalität entrückt stellt sie eine Beziehung zum öffentlichen Raum her, bietet zugleich aber helle, meditativ erscheinende Räume. Die Bibliothek ist in der Gegenwart angekommen.

Dabei hatten die Architekten nur ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung, was dem Ideenreichtum keineswegs geschadet hat. Die ursprünglichen Buchregale wurden nach farblicher Überarbeitung wieder verwertet, die Fußböden durch eine farblich abgestimmte PE-Beschichtung intelligent und kostenschonend saniert. Den Kampf gegen die Mittelknappheit haben die Architekten in dem manchmal schwierigen Prozess nie aufgegeben, sie nennen ihre Arbeitsweise hier auch "das Prinzip des ungewissen Ausgangs".

Im Stadtraum erscheint das Objekt mit einer intensiven Frische und kann sich gegenüber der umgebenden Bebauung gut behaupten. Die Ausstrahlung auf das Kottbusser Tor ist Gestalt prägend und für die Anwohner eine wesentliche Bereicherung. Doch geht es bei der Restrukturierung nicht eben um Veredelung, sondern um Sinn und Sinnlichkeit stiftende, spannungsreiche Ästhetik, die zur Aufwertung der Umgebung beiträgt.

Mit Unterstützung des Ingenieurbüros ICL konnte der Heizenergiebedarf um rd. 55% gesenkt werden, was einem jährlichen Kohlendioxidausstoß von 22,33 Tonnen entspricht.

Die Bibliothek eröffnet am 01.10.2010, 14.00 Uhr. Nach Fertigstellung einer Außentreppe, die als 2. Rettungsweg dient, werden Ende Oktober auch Kita-Gruppen, Schulklassen und Erwachsenenkurse die großzügigen Veranstaltungsräume nutzen können.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin.

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