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Behörde für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg
Einziger Hamburger Sportplatz für Blinde und Sehbehinderte. Bildungssenatorin Christa Goetsch weihte die neue Sportstätte ein
30.09.2010 / 15:24. Ob Fußball spielen, 75m-Sprint oder 200m-Rundlauf, ab sofort können sich in Hamburg Blinde und Sehbehinderte Schülerinnen und Schüler eigenständig sportlich betätigen. An dem Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte hat Schulsenatorin Christa Goetsch heute die neue Sportstätte eingeweiht. Der multifunktionale Platz mit speziellen Vorrichtungen, einem Erlebnisparcours mit Kletter- und Balanciergeräten sowie einer Barfußlandschaft ermöglicht den Schülerinnen und Schülern vielfältige Bewegungserfahrungen auf unterschiedlichem Niveau.Bildungssenatorin Christa Goetsch: "Der Sportplatz, den wir heute eröffnen, ist einer der modernsten seiner Art für blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland. Er hält aber auch für Schülerinnen und Schülern ohne Behinderung spannende Angebote bereit und ist damit gleichzeitig ein Ort für sportliche und faire Begegnung und ein Ort der Integration."
Details zum neuen Sportplatz des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte
Der Sportplatz bietet Bewegungsmöglichkeiten und spezielle Vorrichtungen für Blinde und Sehbehinderte: Eine 75-Meter-Bahn mit Handlauf in zwei Höhen erlaubt den gefahrlosen Geradeauslauf. Am Ende drosselt eine leicht ansteigende Auslaufbahn automatisch das Tempo. Zudem ist der gesamte Platz ohne Kanten oder Stolperfallen. Die 200-Meter-Rundbahn ist auch mit verschiedenen Fahrzeugen (Fahrräder, Go-Karts, Roller, Rollstühle) befahrbar. Highlight ist eine Hügellandschaft aus Naturmaterialien als visuelles, aber auch taktiles Erlebnis. So bietet sie vielfältige Bewegungserfahrungen und ist größtenteils auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Der Parcours besteht aus einem Fühlpfad, einem "Stangen-Wald" aus Baumstämmen, einem kleinen Zeltdorf, einem Tunnel, Kletter- und Balanciergeräten, kleinen Hindernisse zum Durchkrabbeln und vielem mehr. Die Blindenfußballer des FC St. Pauli werden den Sportplatz außerhalb der Unterrichtszeiten für Training und Punktspielbetrieb nutzen. Die Kosten liegen bei 680.000 Euro und wurden aus Mitteln des Konjunkturprogramms finanziert. Baubeginn war am 19. April diesen Jahres.
Das Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte (BZBS)
Das BZBS ist eine Sonderschule mit vielfältigem Bildungs- und Ausbildungsangebot. Als einzige Schule nimmt sie sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler aus ganz Hamburg und den umliegenden Bundesländern auf. Letztere leben im angrenzenden Internat. 130 Schülerinnen und Schüler besuchen die Klassen der Grund- und Stadtteilschule, der Abteilungen mit Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung und Berufsvorbereitungsschule. In der Außenstelle Carl-Cohn-Straße sind 35 Jugendliche in den Klassen der Handels- und Höheren Handelsschule. Im gesamten Hamburger Stadtgebiet unterstützt die Schule 130 weitere Kinder und Jugendliche mit einer Sehschädigung durch einen mobilen Beratungs- und Unterstützungsdienst.
Bewegung und Sport am BZBS
Der Sportunterricht ist für sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler besonders wichtig. Durch ihre eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten sind einfache Fertigkeiten wie Laufen, Klettern und Springen häufig noch nicht ausreichend entwickelt. Sie können die Umwelt und den Raum nur schwer erfassen. Dadurch ist auch ihre Orientierung beeinträchtigt. Wichtig ist es deshalb, dass Blinde und Sehbehinderte ihren eigenen Körper kennenlernen. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst unterschiedliche und grundlegende Wahrnehmungs- und Bewegungsmuster erlernen und motorische und sportmotorische Fertigkeiten erwerben. Der Sportunterricht am BZBS ist genau darauf ausgerichtet, damit die Schülerinnen und Schüler mehr Selbständigkeit und ein gesundes Selbstvertrauen erlangen.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Behörde für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg.

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