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Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V.

E-Government als Grundlage zukunftsweisender Verwaltung

17.06.2010 / 14:58. In Mannheim fand heute in der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) die 5. Regionalkonferenz "Wirtschaft trifft Verwaltung" statt. Über 150 Vertreter aus Unternehmen, Politik und Verwaltung trafen sich auf Einladung der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, um sich über die Ziele des regionalen Modellvorhabens "Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen" zu informieren, geplante Projekte zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. E-Government gilt als zentraler Erfolgsfaktor für eine zukunftsweisende Verwaltungsmodernisierung. In der Metropolregion Rhein-Neckar werden in den kommenden Jahren auch auf andere Regionen übertragbare Beispiellösungen entstehen, die die zügige Einführung und den Transfer elektronischer Verfahren deutschlandweit erleichtern.


Nach dem Grußwort von Prof. Dr. Johannes Beverungen, Rektor der DHBW Mannheim und der Eröffnung durch Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, führte Dr. Werner Brandt, Mitglied des Vorstands der SAP AG, in die Thematik der Konferenz ein und machte deutlich, warum die Wirtschaft eine moderne, leistungsstarke Verwaltung braucht. Im Vorstand des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar ist Brandt als hauptverantwortlicher Thementreiber für die Strategieentwicklung im Arbeitsbereich "Verwaltungsvereinfachung/ E-Government" mitverantwortlich.

Effiziente Verwaltungsabläufe für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Brandt betonte die enorme Bedeutung der engeren Zusammenarbeit von Unternehmen und Behörden für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts MRN. Fortschrittliche Verwaltungen müssten dabei nicht nur kostensparend, sondern auch kundenorientiert arbeiten. E-Government könne dabei helfen, die zuständigkeitsbedingte Verwaltungskomplexität zu überwinden und Unternehmen stattdessen Informationen und Leistungen aus einer Hand zu bieten. "Eine moderne, leistungsstarke Verwaltung ist entscheidend für die Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Jede Vereinfachung und Beschleunigung der Verwaltungsabläufe ist Wirtschaftsförderung pur", so Brandt.

25% weniger Bürokratiekosten: Region steht Modell

Im Modellvorhaben "Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen" soll in den kommenden Jahren am Beispiel der Metropolregion Rhein-Neckar gezeigt werden, wie sowohl die weitere Vernetzung der Verwaltungen untereinander als auch der Verwaltung mit den Unternehmen durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien verbessert werden kann. Ziel ist es, die Prozessdauer und die Bürokratiekosten um mindestens 25% zu reduzieren. Dass auch der Bund und die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz die Initiative der Metropolregion Rhein-Neckar unterstützen, verdeutlichte die Podiumsdiskussion zum Modellvorhaben.

Im weiteren Verlauf der Regionalkonferenz gab Dr. Christine Brockmann, Leiterin des Projekts "Wirtschaft trifft Verwaltung" bei der MRN GmbH, einen Überblick über die aktuellen Projektideen des Modellvorhabens. Wichtige Impulse für zwei zentrale Bausteine lieferten Gastreferenten aus Verwaltungen in Nordrhein-Westfalen und dem Bundesinnenministerium. Gero Schmidt, Leiter zentrale Dienste der Stadt Köln, und Axel Heinemann, Leiter Bergisches Servicecenter Wuppertal-Remscheid-Solingen, schilderten ihre Erfahrungen bei der Einführung der einheitlichen Behördenrufnummer "D115". Holger Böken, Bundesministerium des Innern, stellte das Projekt "Prozessdatenbeschleuniger" vor, mit dem die Grundlagen für eine verbesserte und medienbruchfreie Gestaltung von Verwaltungsvorgängen zwischen Unternehmen und Behörden geschaffen werden.

Abschließend fasste Dr. Peter Kurz, im Vorstand des ZMRN e.V. als Thementreiber an der Strategieentwicklung zum E-Government beteiligt, die Konferenz zusammen. Durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien könnten erhebliche Kosten- und Zeitersparnisse erzielt werden. Die Einbindung der Wirtschaft sei bei der Erarbeitung konkreter Lösungsvorschläge unerlässlich. Die damit verbundene große Herausforderung, die Kommunen, die Bundesländer und den Bund in ihrem Handeln aufeinander abzustimmen, könne modellhaft in der Metropolregion Rhein-Neckar angegangen werden. Konzepte hierfür sollen im Rahmen des Modellvorhabens entwickelt werden. Sowohl für die Einbeziehung der Wirtschaft wie für die Zusammenarbeit aller Ebenen böte die Metropolregion die besten Voraussetzungen, so Kurz.

Über "Wirtschaft trifft Verwaltung" und das Modellvorhaben

Das Projekt "Wirtschaft trifft Verwaltung" der MRN GmbH steht für eine effizientere und kundenfreundlichere Verwaltungspraxis. Seit 2005 erarbeiten Vertreter aus Unternehmen und Behörden in unterschiedlichen Bereichen gemeinsam wirtschaftsorientierte Lösungen zur Verwaltungsvereinfachung. Auf der Erfolgsliste stehen Projekte wie der regionale Handwerkerparkausweis und die einheitliche, elektronische Vergabeplattform www.auftragsboerse.de. Im Rahmen des Modellvorhabens "Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen" soll in den kommenden Jahren gezeigt werden, welchen Nutzen eine engere Zusammenarbeit von Verwaltungen und Unternehmen auf elektronischem Wege stiftet und welcher fachlichen, rechtlichen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen es zur Umsetzung bedarf. Ziel ist es, durch automatisierte Abläufe den bürokratischen Aufwand in Unternehmen und Verwaltungen zu reduzieren und damit auf beiden Seiten Kosten und Zeit einzusparen. Im vergangenen Jahr wurde in der MRN gemeinsam mit den Ländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz und unter Beteiligung des Bundes eine erste Konzeption für das Modellvorhaben erarbeitet. Mit der Aufnahme in den IT-Gipfelprozess des Bundes ist bereits eine wichtige Hürde zur Umsetzung genommen.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V..

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