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Der Vorabend der Reformation in Thüringens Städten

24.09.2010 / 10:16. Historiker und Theologen der Universität Jena sowie Archivare laden vom 7.-9. Oktober zur Tagung „Vor- und Frühreformation in Thüringischen Städten (1470-1525/30)“ auf Schloss Altenburg ein

Der Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 1517 an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg gehört zu den festen Topoi der Geschichte der Reformation. Die massiven Zweifel der Historiker, ob es dieses Ereignis tatsächlich gegeben hat, bleiben davon unberührt.


Doch die Reformation setzte bereits deutlich vor 1517 ein. Die „Vor- und Frühreformation in Thüringischen Städten (1470-1525/30)“ steht im Fokus einer Tagung, zu der vom 7. bis 9. Oktober in das Schloss zu Altenburg eingeladen wird. Ausrichter sind die Friedrich-Schiller-Universität Jena und das Thüringische Staatsarchiv Altenburg. Die Schirmherrschaft hat der Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur übernommen.

„Wir wollen die Geschichte der Reformation in den Thüringischen Städten vergleichend unter die Lupe nehmen“, sagt Prof. Dr. Uwe Schirmer von der Universität Jena. Der Inhaber der Professur für Thüringische Landesgeschichte erwartet spannende Ergebnisse aus diesem Vergleich. Werden doch Großstädte wie Erfurt mit kleinen Orten wie Weißensee verglichen. Ein zusätzlicher Reiz entsteht durch die Tatsache, dass die Städte zu jener Zeit in unterschiedlichen Herrschaftsgebieten lagen. „Die Geschichte der Reformation können wir weder Luther- noch Wittenberg- zentriert betrachten“, sagt Schirmer, der die Tagung gemeinsam mit dem Kirchenhistoriker Prof. Dr. Volker Leppin und Dr. Joachim Emig vom Thüringischen Staatsarchiv Altenburg vorbereitet. Vielmehr ergebe sich aus vielen kleinen Ereignissen letztlich ein großes Ganzes. Als Beispiel nennt Schirmer den stetigen Rückgang von bedeutenden Stiftungen an die Kirche, der bereits deutlich vor 1517 einsetzt. Martin Sladeczek, einer der Referenten, hat in Arnstadt akribisch Kirchenrechnungen ausgewertet und entsprechende Belege gefunden.

Bei der Tagung wird eine gesamte Region in den Blick genommen. Sie reicht von Mühlhausen über Eisenach bis nach Altenburg und Weida. Darin eingeschlossen sind die Bischofssitze Merseburg und Naumburg. Zum Programm gehören ein Orgelkonzert in der Schlosskirche mit Schlossorganist Dr. Felix Friedrich und Führungen durch Altenburg, das Schloss und zu archäologischen Grabungen im ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stift.

Außerdem wird Prof. Dr. Volker Leppin von der Universität Jena einen öffentlichen Festvortrag über „Gottes Heil vor Ort. Die Städte in der Reformation“ halten. Insgesamt reiht sich die Tagung in die Festlichkeiten im Hinblick auf das Jubiläum 500 Jahre Reformation 2017 ein.

Anmeldungen zur Tagung sind noch möglich: Thüringisches Staatsarchiv Altenburg, PF 1331, 04583 Altenburg, Tel. 03447 / 315488, E-Mail: .

Kontakt: Prof. Dr. Uwe Schirmer Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena Fürstengraben 13, 07743 Jena Tel.: 03641 / 944420 E-Mail: uwe.schirmer[at]uni-jena.de

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: idw Informationsdienst Wissenschaft.

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