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CDU-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin
Der verdrängte Checkpoint: Der Checkpoint Charlie heute
29.09.2010 / 12:19. Er gehört zu den Sehenswürdigkeiten Berlins. Der bis 1990 nur für Alliierte zugängliche Übergang zwischen Ost- und Westberlin wurde u. a. weltbekannt durch die sich gegenüberstehenden US – und sowjetischen Panzer.Heute ist von ihm nichts mehr übrig. Die Sperranlagen wurden beseitigt. Der Wachturm wurde in der Verantwortung des damaligen Baustadtrats Flierl (Linke) und des Bausenators Strieder (SPD) abgerissen und zerstört. Die Grundstücke links und rechts waren veräußert worden. Mit Billigung des Senats wurden auf dem westlichen Grundstück aufgestellte
Kreuze in Erinnerung an die Mauertoten entfernt. Seit Jahren ist das Grundstück leer. Seine Zäune wurden beklebt mit Fotos aus der Zeit der Spaltung Berlins.
Heute ist der Platz trotzdem ein Besuchermagnet. Die Leute suchen den Fokus der einstigen Spaltung Berlins. Mit Ausnahme des privat betriebenen Museums am Checkpoint Charlie, das eine erstaunliche Sammlung authentischer Gegenstände, Fluchtfahrzeuge etc. enthält, sind die Spuren von damals restlos beseitigt. Hin und her schieben sich die Besucher auf der vergeblichen Suche nach Spolien oder sonstigem authentischen Material. Die Entsorgung dieser berühmten Berliner Erinnerungsstätte zeigt eine andauernde Interesselosigkeit des Senats gegenüber der Stadt- und Weltgeschichte. Er versucht die Stadtbrache hinter Eigentümerinteressen zu verstecken. Das für die Öffentlichkeit zugängliche Grundstück auf der östlichen Seite der Friedrichstraße ist mit Liegestühlen, Lebensmittelkiosken bestückt. Das Areal, auf dem einst gedroht, geschossen, verhaftet und geflüchtet wurde, nennt sich heute Charlies Beach (Anlage Bilder 1 und 2). Appelliert wird an den kleinen Hunger: „taste a cape“, auch Tapas bietet eine Bude, und falls die Sonne scheint, kann man sich auf Liegestühlen lümmeln (Anlage Bilder 3, 4 und 5). Der Bedarf, Geschichte nachzuerleben,
bleibt ungedeckt. Ein Grundstück weiter zeigt sich eine Unkrautlandschaft, ebenfalls öffentlich begehbar (Anlage Bild 6). Wie kann man dem 20 Jahre nach der Einheit abhelfen?
Vorschläge
1. Der im Jahr 2000 zerstörte Wachturm ist wieder aufzustellen. Möglicherweise nicht genau an derselben Stelle, aber doch Vorort. Er beansprucht einen Platz von 4 x 4 m². Ein Wachturm in der Form des dort früher stehenden befindet sich im Alliierten Museum in Dahlem, wohin er nicht gehört. Er hatte eine Höhe von 6,85 m. Um in Segment ist er, aus welchen nicht nachvollziehbaren Gründen auch immer, gekürzt worden. Dieser Wachturm stand ursprünglich am Potsdamer Platz und wurde von den städtisch mandatierten Entsorgern (Stadtrat, Senator) entfernt. Weshalb er nicht wieder am Potsdamer Platz landete, sondern nach Dahlem entsorgt wurde, ist, von welcher Parteifarbe auch immer verantwortet, ebenso wenig nachvollziehbar (Anlage Bild 9). Er gehört an den Checkpoint.
2. Sollte eine Verbringung dieses Wachturmes an den Checkpoint Charlie scheitern, bietet es sich an, den anderen in der Nähe befindlichen Wachturm in der Erna-Berger-Straße, an der Rückseite des Leipziger Platzes (Anlage Bilder 11 - 13), an den Checkpoint zu verbringen. Dieser Wachturm, der im Jahr 2000 vor seiner Zerstörung durch den Bauherrn gerettet werden musste, befindet sich heute in einer toten Nebenstraße ganz in der Nähe. Etwa 30 m weiter steht, ebenfalls vergessen, ein typischer DDR-Kandelaber, der vermutlich die Mauer beleuchtete. Auch er könnte ggfs. an den Checkpoint Charlie verbracht werden (Anlage Bild 15).
3. Der berühmte Cellist Rostropowitsch hat einige Tage nach der Mauereröffnung, gerührt am Checkpoint Charlie Cello gespielt. Diese menschenfreundliche Geste ist im Museum am Checkpoint Charlie in Bronze festgehalten. Von russischer Seite aus besteht der Wunsch, eine vergleichbare Plastik am Check Point aufzustellen. Ihm sollte entsprochen werden.
4. Um die Bedeutung des Platzes zu vertiefen, sollte der in der Nähe befindliche UBahnhof Kochstraße umbenannt werden in U-Bahnhof Checkpoint Charlie. So könnte der Platz von Besuchern leichter ausgemacht werden.
5. Das ebenfalls noch unbebaute Grundstück – ehemals mit den schwarzen Kreuzen bestückt – soll ggfs. ein Museum „Des Kalten Krieges“ erhalten. Der Name enthält eine Äquidistanz, die historisch falsch ist. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat kürzlich fast einstimmig die Errichtung eines Museums „Widerstand“ beschlossen. Dieser Name entspricht dem politischen Willen aller Fraktionen und könnte in jenem zu bebauendem Haus realisiert werden. Das Museum würde der Bedeutung des bisher verschenkten Areals gerecht werden.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: CDU-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin.

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