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Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg - Innere Mission und Hilfswerk - e.V.
„Der Sozialstaat gehört allen!“ Menschen in Armut und Wohnungsnot haben ein Recht auf Wohnen, Arbeit, Gesundheit.
23.09.2010 / 14:47. Das ist das Motto der Kampagne der BAG Wohnungslosenhilfe im Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Der Sozialstaat gehört allen, aber nicht alle haben das Notwendigste.Es fehlt an Wohnungen. Immer mehr Menschen in Wohnungsnot suchen Hilfe in den Einrichtungen und Diensten der Wohlfahrtsorganisationen. Viele von ihnen kommen aus der „Mitte“ der Gesellschaft. Günstiger Wohnraum für Hartz IV- Empfänger, der vom Jobcenter akzeptiert wird, ist rar. Mit einem Schufaeintrag hat ein Wohnungssuchender so gut wie keine Aussicht, auf dem Berliner Wohnungsmarkt eine Wohnung zu bekommen. Auch die Plätze in den Obdachlosenunterkünften und einschlägigen Pensionen werden seit 2009 immer knapper. Die Notunterkünfte im letzten Winter waren so überfüllt, dass zusätzliche Plätze bereitgestellt werden mussten. Nach der Einschätzung unserer Fachleute ist die Zahl der Wohnungslosen in Berlin erstmals seit Jahren wieder deutlich gestiegen. Wohnen ist ein existenzielles Menschenrecht. Wohnungslose brauchen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum. Es fehlt Arbeit. Wohnungslose haben wenige Chancen Arbeit und Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Die Einsparungen bei den aktivierenden und integrativen Förderinstrumenten im Rahmen der Sparbeschlüsse der Bundesregierung sind für die Integration von Wohnungslosen kontraproduktiv und behindern die Eingliederung in Arbeit. Gesundheitsversorgung ist für viele nicht bezahlbar. Zuzahlungen und Praxisgebühr haben dazu geführt, dass Arme nur noch im Notfall ärztliche Behandlung aufsuchen. Wohnungslose sind davon besonders häufig betroffen. Es fehlt an aktuellen Planzahlen der Wohnungslosen. Seit Einführung von Hartz IV 2005 haben in Berlin Senatsverwaltung und Bezirke keine aktuellen Zahlen, der in Obdachlosenunterkünften untergebrachten Wohnungslosen, mehr vorgelegt. Für die Planung und Steuerung der Arbeit mit Wohnungslosen sind diese Zahlen notwendig. Wir fordern diese jetzt erneut nachdrücklich von der Senatsverwaltung und den Bezirken ein.
Einsparungen in Kältehilfe gefährden Wohnungslose in ihrer Existenz. Die Ankündigung, dass für 2011 keine Mittel mehr für die "Kältehilfe" in Charlottenburg-Wilmersdorf zur Verfügung gestellt werden, bringt das gesamte System der Notversorgung im Rahmen der Kältehilfe in diesem Winter ins Wanken. Betroffen davon sind die Tagesstätten Citystation und der Seelingtreff, aber auch die Nachtcafes, Wärmestuben und Suppenküchen in Charlottenburg-Wilmersdorf. Wir fordern die sofortige Rücknahme der Einsparankündigung durch den Bezirk. Die Kältehilfe ist Überlebenssicherung, hier gibt es keine Einsparpotentiale.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg - Innere Mission und Hilfswerk - e.V..

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